Hoher Besuch zum Jubiläum: Provinzial feiert 175. Geburtstag
VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 06.01.2011 - 07:27Düsseldorf (RPO). Die Provinzial wurde am 5. Januar 1836 gegründet. Zur Jubiläumsfeier kamen neben dutzenden hochrangigen Vertretern der Banken- und Versicherungsbranche auch NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger und Banken-Chefaufseher Jochen Sanio.
Mit der "Rheinischen Symphonie" begann der Festakt einer der ältesten Versicherungen im Rheinland. Gestern feierte die Provinzial Rheinland ihren 175. Geburtstag. Gut 250 geladene Gäste waren zur Zentrale der öffentlichen Versicherung nach Wersten gekommen. Erster Gratulant des Abends war NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD). Er lobte die Konstruktion der Provinzial als öffentlicher Versicherer als "starken Eckpfeiler für die gesamte Region".
Die Provinzial entstand am 5. Januar 1836 dadurch, dass Preußens König Friedrich Wilhelm III. das "Reglement für die Rheinische Provinzial Feuersozietät" erließ. Die Versicherung sollte den Staat entlasten und die Bürger zum Prinzip der Solidarität bewegen. Damals waren die Verhältnisse überschaubar: Acht Mitarbeiter, 200 000 Versicherungsverträge und immerhin Prämieneinnahmen von 500 000 Talern. "Die Gründung der Provinzial war ein Meilenstein der preußischen Wirtschaftsreform im Rheinland", sagte Minister Voigtsberger. Der gebürtige Bayer hat enge Verbindungen zur Provinzial. 1990 übernahm er erstmals eine Funktion in einem Gremium der Versicherung. Bis zu seinem Wechsel ins Ministerium war er Vorsitzender des Verwaltungsrats der Provinzial-Holding. "Meine lange Bindung an die Versicherung ist auch der Grund, warum Hannelore Kraft mir heute den Vortritt lässt", so Voigtsberger.
Bereits bei der Feier des 100. Geburtstags der Provinzial dabei war Erich Buchloh. Der heute 90-Jährige war als Direktor tätig. "1936 habe ich meine Lehre als Versicherungskaufmann hier angetreten", sagte Buchloh. Auf die Frage, was vor vielen Jahrzehnten anders war bei der Provinzial, sagte Buchloh: "Damals war die Versicherung noch von preußischer Prägung. Die geografische Gliederung der Provinzial entsprach noch der der Neuordnung nach dem Wiener Kongress." Zu den Gratulanten zählten viele Vertreter aus dem Finanzsektor, darunter der Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, Michael Breuer, und der Chef der Finanzaufsicht Bafin, Jochen Sanio.
Zum Jubiläum blickte Vorstandschef Ulrich Jansen auch auf eine glimpflich überstandene Finanz- und Wirtschaftskrise. "Es war die Zeit, als diverse Berater, aber auch einige Medien neue Heilslehren verkauften, geprägt von der Vorstellung, Versicherungen seien nur schlechte Maschinen, die geölt werden müssten, damit Wachstum hinten rauskommt. Die Provinzial hat all dies – Gott sei dank – überstanden", sagte Jansen.
Im Jahr 2010 hatte die Provinzial Prämieneinnahmen von mehr als 2,4 Milliarden Euro – doch die Zeiten waren nicht immer golden. Der Vorstandschef erinnerte an den 150. Geburtstag 1986. "Zu dieser Zeit waren erhebliche bilanzielle Probleme zur verarbeiten, verursacht durch ein großes Engagement in der internationen Rückversicherung, angeblich eine Folge des Umsatzwettbewerbes mit der Victoria", so Jansen. Ein schwerer Schlag für die Provinzial ereignete sich in ihrer Heimatstadt. Der Flughafenbrand 1996 war einer der größten Schäden, den die Provinzial jemals bezahlen musste.
Seit 175 Jahren pflegt die Provinzial Rheinland die Beziehung zur Region, die ihr den Namen gab. Gesellschaftliche Verantwortung zu leben, sei wesentlicher Teil der Firmenphilosophie. "Auch können wir es uns leisten, alle Arbeitsplätze in der Region zu haben und hier Steuern zu zahlen", sagte Jansen.
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