Über Heine: "Provokateur und Ruhestörer"
zuletzt aktualisiert: 06.02.2006 - 11:29Düsseldorf (RP). „Ein geborener Provokateur war er und ein ewiger Ruhestörer. Er traf die schmerzhaftesten Wunden seiner Zeitgenossen, ohne die Folgen, die für ihn selber entstehen mussten, zu bedenken.“ (Marcel Reich-Ranicki)
„Er ist einer der Stammväter des politischen Feuilletons.“ (Günter Grass)
„Der Politik tut es gut, von Heine zu lernen. Er hat sich um den Bau von Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Ländern bemüht.“ (Richard von Weizsäcker)
„Er ist ja einer von jenen Schriftstellern und Dichtern und Denkern, deren Werk nicht gestorben ist, sondern eben noch Gültigkeit hat für heute.“ (Stefan Heym)
„Ich lernte bei Heine, wir alle studierten ihn, Generationen von Schriftstellern und Journalisten pflegten seinen Stil, liebten sein helles, flinkes Deutsch, fanden in dem Romantiker ohne Illusionen, dem exilierten Patrioten, dem Düsseldorfer Europäer ihren Meister einer weltfreundlichen, das Weltpublikum fordernden, keineswegs traditionslosen Richtung der Literatur.“ (Wolfgang Koeppen)
„Er ist das vorweggenommene Beispiel des modernen Menschen.“ (Heinrich Mann) „Von seinen Werken liebe ich längst das Buch über Börne am meisten. Er war als Schriftsteller und Weltpsychologe nie mehr auf der Höhe, nie weiter voraus als in diesem Buch. (. . . ) Nebenbei enthält dieses Buch die genialste deutsche Prosa bis Nietzsche.“ (Thomas Mann)
„Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben ... Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag ... Man wird einmal sagen, daß Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind ...“ (Friedrich Nietzsche)
„Wenn Heine erst aufhörte, ein Gassenjunge zu sein, dann ist er der größte Dichter, der je gelebt hat.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
„... ich erfreute mich des seltenen Vergnügens, bei einem deutschen Literator gesunden Menschenverstand zu finden.“ (Franz Grillparzer) „Die Ursprünglichkeit und Selbständigkeit dieser lyrischen Ergüsse zeigt sich schon dadurch offenbar, daß es vor Heine in unserer Literatur nichts dieser Art gegeben und seit seinem Auftreten schon mehrere Nachahmungen seiner Weise, doch mit geringem Glück, versucht worden.“ (Varnhagen von Ense)
„Heine läßt die Weltkugel zwar nicht im hellen Sonnenschein auf der Fingerspitze tanzen wie Goethe, sondern er zerschlägt sie, aber er tut es nur, ... um den einzelnen Stücken dann den reinsten Schliff zu geben. Dabei kommt noch immer Lust und Leben heraus.“ (Friedrich Hebbel)
„Heine habe ich mit Tränen in den Augen gelesen.“ (Christian Morgenstern) „Im Herzen eine blutdürstige Sentimentalität, im Kopfe nüchterne Begriffe.“ (Ludwig Börne)
„Und doch wird man die Namen Goethe und Heine immer nebeneinander aussprechen müssen, wenn es ich um die deutsche Lyrik handelt.“ (Wilhelm Scherer)
„Er ist ein Dichter ganz und gar, aber nit eine Viertelstunde könnt’ ich mit ihm leben.“ (Eduard Mörike)
Was Heine aber vom Komponisten Schumann hielt? Wir wissen es nicht.
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