Ulmer Höh: Prozess: 17-Jähriger im Gefängnis vergewaltigt?
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010 - 19:52Düsseldorf (RPO). Vor dem Amtsgericht Düsseldorf muss sich zur Zeit ein 21-jähriger Insasse der Justizvollzugsanstalt (JVA) Ulmer Höh verantworten, der einen 17-jährigen Mithäftling vergewaltigt haben soll. Zu dem Vorfall soll es im Juni 2008 gekommen sein.
Die Staatsanwaltschaft, die seinerzeit die Ermittlungen übernommen hatte, kam zu dem Ergebnis, Anklage zu erheben. Ein erster Prozesstermin war am 23. Dezember, der nächste Prozesstag soll der 28. Januar sein. Für diesen Tag wird ein Urteil erwartet. Wie es ausfällt, ist ungewiss - Beobachter sprechen von einer sehr schwierigen Beweislage.
Stefan Coners, Sprecher des Amtsgerichts Düsseldorf, bestätigte den Prozess am Montag. Wieso das Ganze erst jetzt in die Öffentlichkeit gekommen ist, konnte er nicht erklären.
Auch der Anstaltsleiter der Ulmer Höh, Bernhard Lorenz, konnte sich zu dem Vorfall nicht äußern und war nicht sicher, sich daran erinnern zu können. Lorenz verwies auf das laufenden Verfahren und erklärte, grundsätzlich werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, wenn es solche Vorwürfe der sexuellen Nötigung gebe.
Auch der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, bestätigte, dass es derzeit den Prozess gegen den 21-Jährige gebe. Das angebliche Opfer sitze ein, weil es an einem Raubüberfall in Hückelhoven beteiligt war, bei dem das Opfer seinerzeit ums Leben kam.
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