Landgericht Düsseldorf: Prozess gegen mutmaßlichen Mehrfach-Mörder
VON MARC PESCH - zuletzt aktualisiert: 02.01.2011 - 13:49Am Düsseldorfer Landgericht beginnt am Dienstag einer der spektakulärsten Prozesse im Rheinland der letzten Jahre: Angeklagt ist der 37-jährige David K., dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, im August 2010 in Düsseldorf eine 52-jährige Frau in ihrer Wohnung getötet zu haben.
Überdies verdächtigen die Ermittlungsbehörden den früheren Schausteller-Gehilfen, in Berlin und Hamburg zwei weitere Menschen getötet haben. "Wir halten den Mann für absolut gefährlich", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa im Vorfeld des Prozesses. Er will im Prozess nicht nur eine langjährige Haftstrafe, sondern auch Sicherungsverwahrung für den mutmaßlichen Mehrfach-Mörder erreichen. Denn das ungewöhnliche an dem Fall sei, dass "die kriminelle Karriere des Angeklagten direkt mit einem Mord begonnen hat", so Kumpa. So habe der Angeklagte bereits im Alter von 17 Jahren im Großraum Aachen ein siebenjähriges Mädchen verschleppt, es erschlagen und sich anschließend sexuell an ihm vergangen. Das Landgericht Aachen verurteilte den Jugendlichen damals wegen Mordes zu sieben Jahren Jugendstrafe.
Ende der neunziger Jahre aus der Haft entlassen
Nach seiner Haftentlassung Ende der neunziger Jahre soll der Angeklagte David K. zumeist als Obdachloser zwischen Hamburg, Berlin und Düsseldorf unterwegs gewesen sein. Nach Angaben des Staatsanwaltes steht er nach wie vor im Verdacht, im Jahr 2000 in Hamburg eine Prostituierte ermordet und in die Alster geworfen zu haben. "Die Polizei hat entsprechende Spuren von ihm in der Wohnung des Opfers gefunden, konnte ihm die Tat aber bislang nicht nachweisen", so Kumpa. In Berlin soll er zudem im Jahr 2009 einen 45-jährigen Bekannten getötet haben, dessen Leiche jedoch bis heute nicht gefunden wurde. Auch für diese Tat fehlen bislang Beweise.
Angeklagt ist der 37-Jährige mithin lediglich wegen des Mordes in Düsseldorf. Hier soll der Mann eine 52-jährige Frau, die er zuvor in einem Internetcafé kennengelernt hatte, mit 40 Messerstichen getötet haben. "Die Spurenlage ist eindeutig", heißt es von Seiten der Düsseldorfer Polizei. Der Angeklagte selbst hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.
Für das Verfahren hat das Landgericht Düsseldorf zunächst 12 Verhandlungstage angesetzt. Mit dem Urteil wird frühestens Ende Februar gerechnet.
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