Rosenkrieg unter Ärzten: Prozess wird fortgesetzt
zuletzt aktualisiert: 12.07.2010 - 18:19Ergebnislos hat das Amtsgericht gestern den Prozess um einen erbitterten Rosenkrieg fortgesetzt. Ein Kiefer-Chirurg (40) soll laut Anklage nach der Trennung von seiner Frau (35, Zahnärztin) deren Liebhaber (49, Allgemeinmediziner) mit einem Schlagring ins Gesicht geboxt und ihn mit dem Tod gedroht haben.
Das hatten der Rivale und die Noch-Ehefrau behauptet. Ob sich das beweisen lässt, ist fraglich. Die Aussagen aller Beteiligten sind bisher widersprüchlich. Der angeblich verprügelte Nebenkläger und seine neue Partnerin beteuerten, mittags im August 2009 am Robert-Lehr-Ufer vom Angeklagten attackiert worden zu sein.
Auf der anderen Seite versicherten die Entlastungszeugen des Kiefer-Chirurgen ebenso glaubhaft, dass der Facharzt am Tattag seine Praxis und Patienten keinesfalls unbemerkt hätte verlassen können.
„Es war rappelvoll“, erinnerte sich eine Angestellte. Und falls der Chef doch kurz weggegangen wäre? „Dann wäre das absolute Chaos ausgebrochen“, so die Praxishelferin. Die Chancen, Wahrheit von Lüge zu trennen, sind offenbar gering.
Die Anwälte des Angeklagten hatten stets von einer Intrige gegen den 40-Jährigen gesprochen. Der Vorwurf sei von dem Liebespaar inszeniert worden, um sich im Sorgerechtsstreit der Noch-Eheleute um zwei gemeinsame Kinder Vorteile zu verschaffen.
Auch dafür gibt es derzeit keine Beweise. Beide Lager wollen aber weiteren Zeugen benennen, um ihre jeweilige Version zu untermauern. Dafür hat das Gericht jetzt weitere Prozesstermine bis zum 21.September reserviert.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







