Advent im Knast: Punk-Rock hinter Gittern
zuletzt aktualisiert: 19.12.2007 - 08:42Advent im Knast - das war für die Punk-Rock Band Atropin das erste Mal. Nur: Diese Jungs durften die JVA unbehelligt wieder verlassen. Für diejenigen, die das nicht durften und am Montagabend in der JVA bleiben mussten, gab die Punk Rock Band Atropin ein Konzert. „Wir wollten mal etwas Besonderes machen“, sagt Leadsänger Andi Flöck. „Und wir wollten den Häftlingen ein würdiges Weihnachten bescheren.“
Die saßen schon vor Beginn des 90-minütigen Konzerts im Kirchenraum der JVA. Ausnahmsweise war Rauchen dort erlaubt und das Sitzen auf der Rückenlehne auch. Die Atropin-Musiker hatten sich zu dem besonderen Anlass sogar in Schale geschmissen: Andi Flöck, Dirk Schnell, Christian Hack, Christian Manske und Lothar Förster traten in Weihnachtsmann-Kostümen auf. Drummer Lothar Förster, alias Lolek, sogar mit weißem Rauschebart. „Wir haben selbst einen Weihnachtsbaum geschmückt“, sagt Flöck. „Den haben wir in der JVA gelassen, sozusagen als Weihnachtsgeschenk.“
Nach einer halben Stunde Punk Rock sei das Eis gebrochen - auf beiden Seiten, meint Andi Flöck. Da stand das Publikum dann auch auf den Bänken und hat das eine oder andere Lied mitgesungen. Allerdings: Nicht jeder Häftling in der JVA konnte so einfach das Atropin-Konzert besuchen. „Die Häftlinge müssen einen Antrag ausfüllen, und ich muss dann entscheiden, ob sie überhaupt geeignet sind, an so einem Konzert teilzunehmen“, sagt Günter Mocek, Freizeitkoordinator in der JVA. Eine einzige Zugabe war noch drin am Ende des Konzerts. Aber um 20 Uhr mussten die Punk Rocker gehen, denn um diese Uhrzeit müssen die Häftlinge zurück in ihre Zellen.
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