Neues Stadtviertel: Quartier Central: Baustelle bis 2013
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 17.10.2009 - 10:56Düsseldorf (RPO). Die Erschließung des neuen Stadtviertels ist in vollem Gange: Auf 36 Hektar werden Stadtgärten, Kanalisation und Umgehungsstraßen gebaut. Für 800 neue Wohnungen gibt es viele Interessenten, für 158 000 Quadratmeter Bürofläche ist aber noch keinen Investor gefunden.
Unaufhörlich wühlen Bagger im Erdreich, Walzen haben in der jüngsten Vergangenheit bereits erste Planierungen für spätere Straßen und Wege angelegt. Wer von der Schirmerstraße aus Richtung Norden schaut, kann sehen, dass der alte Güterbahnhof Derendorf endgültig einem neuen Stadtviertel mit Wohnungen und Büroflächen weicht.
Projektentwickler Aurelis wird auf dem 36 Hektar-Gelände bis 2013 Kanalisation legen, die Umgehungsstraße (Toulouse Allee) und eine Anliegerstraße (Marc-Chagall-Straße) bauen und zudem Stadtgärten einrichten. Über 40 Millionen Euro steckt Aurelis in das Projekt.
Ein Kernprojekt der Erschließungsmaßnahmen ist die große Umgehungsstraße für "Le Quartier central". Die spätere Toulouse Allee schmiegt sich parallel entlang der Bahnstrecke und geht vom Wehrhahn hinauf bis zur Münsterstraße. Bis Ende 2010 soll sie fertig sein. Dazu kommt die Anliegerstraße für die Wohnungen zwischen Franklinbrücke und Jülicher Straße. Diese soll bereits im kommenden Sommer einsatzbereit sein, damit sie genutzt werden kann.
Große Blöcke an Büroflächen
Die Vermarktung der rund 800 neuen Wohnungen in diesem Bereich hat begonnen, die Aussichten, dafür Käufer und Mieter zu finden, sind gut. Immerhin fehlen nach Expertenschätzungen in der Landeshauptstadt in den nächsten Jahren bis zu 16 000 Wohnungen – wenn denn der Bevölkerungsboom weiter anhalten sollte. Die Zuversicht ist da: Immerhin sind die bereits fertiggestellten rund 400 Wohnungen zwischen Wehrhahn und Franklinstraße verkauft, beziehungsweise vermietet. Größere Sorgenfalten bereiten den Verantwortlichen derzeit eher die großen Blöcke an Büroflächen, die zwischen Wehrhahn und Franklinbrücke entstehen sollen.
Noch gibt es keinen Investor für die 158 000 Quadratmeter Fläche, sagt Olaf Geist, Leiter der Aurelis-Region West. Doch gerade in der jüngsten Zeit entspanne sich die Situation in der Wirtschaftskrise und es gebe vermehrt Anfragen von möglichen Investoren. "Wenn ein Investor da ist, können wir mit dem Bauen sofort beginnen", sagt Geist.
Immerhin: Aurelis rechnet mit rund 9000 Arbeitsplätzen, die hier ihre Heimat finden können. Auch ein Hotelinvestor soll an dem Standort interessiert sein, sagt Geist.
Westlich der Büroflächen und östlich der Wohnbebauung (siehe Grafik) entstehen zwei Stadtgärten mit insgesamt rund acht Hektar Grün- und Freiflächen. Der Gartenbereich nördlich der Franklinstraße wird im August 2011 fertig sein.
Die Dimensionen sind schon jetzt imposant: Rund 100 000 Kubikmeter Erde ist auf dem Gelände bereits seit dem Spatenstich im August bewegt worden, sagt der Projekteiter Tiefbau bei Aurelis, Frank Pflitsch. 450 Meter Kanalisation sind ebenfalls in Bau. "Wir kommen derzeit sehr schnell voran", sagt Pflitsch. Die Kanäle sollen ebenso wie die Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke im Frühjahr 2011 fertig sein.
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