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Leserforum Radfahren: Radfahrer leben gefährlich

VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 30.07.2007 - 08:40

Düsseldorf (RPO). Nach dem Tod eines Radfahrers auf der Martinstraße meldeten sich viele RP-Leser, um auf die Situation der Radfahrer in Düsseldorf aufmerksam zu machen. Gefährliche Straßen, verstellte Radwege, dazu der Zweikampf zwischen rücksichtslosen Autofahrern und Radlern sind an der Tagesordnung.

Radfahren in Düsseldorf ist nicht ungefährlich. Foto: RP, A. Bretz

Der Tod des 76-jährigen Radfahrers an der Bilker Kirche ist der traurige Höhepunkt von Unfällen mit Radfahrern in Düsseldorf in diesem Jahr. In der ersten Jahreshälfte registrierte die Polizei zwölf Prozent mehr Unfälle mit Rädern, die Zahl der Verletzten stieg sogar um 16 Prozent. Viele RP-Leser kennen die gefährliche Situation der Radfahrer.

Elisabeth Breuer „Als Fußgängerin bringe ich mich schon in Gefahr, wenn ich mein Haus an der Haroldstraße verlassen möchte. Die Stadt Düsseldorf hat Richtung Innenstadt und Richtung Rhein Radwege zu Lasten der Fahrbahn und des Bürgersteiges eingerichtet. Der Bürgersteig ist wegen der Parkstreifen und der stehenden Blumenkübel sehr schmal geworden. Die Radfahrer benutzen aber mit Vorliebe diesen Engpass. Das sollte einmal kontrolliert werden.“

Michael Pohl „Am gruseligsten finde ich persönlich als Radfahrer immer noch das Entlangfahren an geparkte Autos - speziell natürlich an denen in zweiter Reihe, und davon gibt es ja in Düsseldorf nicht gerade wenige.“

Michael Dohmen „Mein kürzester Weg zur Arbeit führt von Derendorf über die Kölner Straße zum Hauptbahnhof. Diese Strecke ist typisch für die Situation der Radfahrer in Düsseldorf. Kein Radweg, lebensgefährliche Situationen an den Kreuzungen, Autofahrer, die keinen Abstand halten. Insgesamt wünsche ich mir mehr abgetrennte Radwege (nicht nur optisch), keine Radwege wie auf der Karlstraße, die mitten zwischen den Fahrstreifen der Autos verlaufen, vernünftige Anschlüsse für Radwege, manchmal etwas mehr Geduld der Autofahrer und auch mehr Beachtung der Straßenverkehrsordnung durch die schwarzen Fahrradschafe.“

Rüdiger Heiligtag „Die häufigste Gefahrenquelle sind (neben entgegen kommenden Fahrrädern auf dem „falschen“ Radweg) abbiegende Kraftfahrzeuge. Insbesondere beim Rechtsabbiegen werden nachfolgende Fahrradfahrer und Fußgänger meist missachtet.“

Regina Willnecker „Als Bewohnerin der Elisabethstraße leide ich besonders unter der Dreistigkeit der Radfahrer. Auf beiden Seiten benutzen sie den Fußgängerweg als Radfahrweg. Ihnen ist völlig egal, ob ältere Menschen, Menschen mit Hunden oder Kinder auf dem für die berechtigten Fußgängerüberweg gehen.“

Kai Lenßen „Um die gegenseitige Rücksichtnahme und Akzeptanz zu erhöhen, muss es gelingen, die momentane Verkehrssituation zu entschärfen. Eindrücke und Anforderungen an unsere Wahrnehmungsleistungen müssen reduziert, klarer und vereinfacht werden: geringere Geschwindigkeit, weniger Lärm, Überschaubarkeit und mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer.“

Josef Schmitt „Was muss eigentlich auf dem Straßenbahn-Fußgängerüberweg Kölner Landstraße/Mergelgasse noch passieren? Wann werden endlich die Ampeln so eingestellt, dass der Fußgänger und Radfahrer rot hat, wenn die Straßenbahn freie Fahrt hat und umgekehrt?“ Jens Beust „Autofahrer sollten sich regelmäßig vor Augen führen, dass sie nahezu immer die Situation nur sehr viel schlechter einschätzen können als ein Fahrradfahrer.“

Ingo Junge „Auf der Ulmenstraße ragte ab dem 27.Juni ein umfangreiches Verkehrszeichen wie ein Spieß in den Radweg. Ein Anruf zum Notruf 110 der Düsseldorfer Polizei am gleichen Tag hatte keinen Erfolg. Erst mittels einer Dienstaufsichtsbeschwerde habe ich erreicht, dass diese Gefahrenstelle für Radfahrer auf dem Radweg Ulmenstraße am 5.Juli beseitigt war. Neun Tage bestand diese Gefahrenstelle.“

Michael Hollstein „Die Aussage von Herrn Krause „Je fahrradfreundlicher eine Stadt ist, desto mehr Unfälle passieren“ kann ich so nicht akzeptieren. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn man Etikettenschwindel betreibt, weil man nicht in eine fahrradfreundliche Infrastruktur investieren will, bleiben die Folgen nicht aus.“

Quelle: RP

 
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