Folge der Pooth-Affäre: Rätsel um das Geld aus Moskau
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 29.04.2008 - 09:56Düsseldorf (RPO). Als Folge der Pooth-Affäre ist der Kaufmann Albert Bitter ins Visier der Fahnder geraten. Weil sein Name mit einem Konto in Verbindung gebracht wird, das den Verdacht der Geldwäsche auslöste.
Albert Bitter (70) ist in dieser Stadt kein Unbekannter: Er pflegt in einem Verein die deutsch-russischen Beziehungen, hat enge Kontakte zu Moskaus Stadt-Chefs und dem Ex- Regierungs-Chef der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Regelmäßig reist er nach Moskau, hat dort auch eine Firma gegründet. Außerdem gibt er hier ein Hochglanz-Heft namens Top-Magazin (voller Fotos von Prominenten und nicht so Prominenten) heraus und ist Gast vieler Bälle.
Derzeit ist er nicht in Feier-Laune: Sein Name tauchte auf, als KPMG-Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Pooth-Affäre Spesenabrechnungen und Konten bei der Sparkasse unter die Lupe nahmen. Dabei fiel ihnen ein Konto auf, auf das regelmäßig Beträge um die 10.000 Euro bar eingezahlt wurden, und das auf den Namen eines Mitglieds der Moskauer Stadtregierung läuft.
Um dieses Konto, auf dem jetzt 250.000 Euro liegen, ranken sich einige Ungereimtheiten: Angeblich hat es ein Sparkassen-Mitarbeiter auf Weisung aus der Führungsetage des Geldinstituts eingerichtet. Bitter sei zumindest dabei gewesen, möglicherweise habe er sogar Verfügungsgewalt über das Konto, Einzahlungsformulare tragen angeblich seine Handschrift. Das streitet er allerdings ab, wisse nicht, ob er über das Konto verfügen dürfe. Er habe allerdings die Bank-Auszüge entgegengenommen und nach Moskau weitergeleitet.
In Russlands Metropole landen sie bei einem Mann, der in der Stadtführung Einfluss hat, unter anderem entschied er darüber, bei welchem deutschen Hersteller die Russen Feuerwehrwagen kauften. Der Verdacht, der nun entstand: Dieser deutsche Hersteller hat den Russen möglicherweise bestochen, ob Bitter das wusste und welche Rolle er dabei spielte, ist noch nicht klar. Aber der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte gestern, man prüfe nun, ob es gegen Bitter einen ausreichenden Anfangsverdacht für Ermittlungen gebe. Mocken bestätigte weiter, dass Bitter sich einen Anwalt genommen habe und jetzt nicht mehr öffentlich spreche.
Wie berichtet, waren die KPMG-Untersuchungen angeordnet worden, um die Hintergründe der Kredivergabe an die Firma Franjo Pooths, Maxfield, aufzuklären. Über diesen Kredit und wegen zu großer Nähe zu Verona und Franjo Pooth haben die beiden Sparkassen-Vorstände Heinz-Martin Humme und Karl-Heinz Stiegemann ihre Jobs verloren. Stiegemann klagt jetzt gegen die Entlassung.
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