Lieder zum Teil auf dem Index: Rapper Bushido blieb im Stahlwerk brav
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 23.02.2007 - 08:14Düsseldorf (RPO). Der Mann auf der Bühne ist in erster Linie Geschäftsmann. Zwar einer im labbrigen weißen T-Shirt und mit Handtuch in der Hand. Aber einer, der das Business - so nennt er es - versteht und beherrscht wie kein anderer in der deutschen Rapszene. Derbe Sprüche, das weiß er, bringen Aufmerksamkeit. Und das hilft beim Verkaufen der Alben. Dass Bushido mit seinen Texten des Öfteren auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien landet, kümmert ihn vermutlich kaum.
Strenge Alterskontrollen
Anders Kommunalpolitiker fast aller Städte, die er bei seiner Tournee besucht: Sie setzen alles daran, eine Auftritte zu verhindern. Sie, die angesichts der teils menschenverachtenden Texte des Rappers um das Wohl der Jugend besorgt sind, nennt er „seine Gegner“. Und von denen erzählt er seinen Fans, wenn er auf der Bühne steht. Auch im Stahlwerk ist das so. „Lasst uns diesen Menschen zeigen, was wir von ihnen halten, indem wir jetzt richtig Party machen“, ruft er.
Die Party endet für viele aber schon am Eingang. Auch wenn die Stadt das Konzert nicht verbieten konnte, die strengen Alterskontrollen fruchten. Nicht wenige Fans unter 16 Jahren müssen trotz gültiger Konzertkarte den Heimweg antreten. Rein darf in dem Alter nur, wer in Begleitung eines Erwachsenen ist. Das sind die Acht- und Neunjährigen, die in den hinteren Reihen auf den Schultern ihrer Väter sitzen. Bushido inszeniert seinen Auftritt.
Bevor der 28-jährige Deutsch-Tunesier aus Berlin-Tempelhof mit „Universal Soldier“ die Bühne betritt, werden Aufzeichnungen von Preisverleihungen eingespielt, bei denen er Trophäen einheimste: der Echo als bester Live-Künstler, der MTV Europe Music Award als bester deutscher Künstler. Preise, bei denen die Fans die Preisträger bestimmen. Der Rapper, der gerne mit seiner Knast-Karriere kokettiert, scheint massentauglich zu sein. Bei den Konzerten erhärtet sich dieser Eindruck. Da sind in den vorderen Reihen junge Mädchen, die kreischen, wenn Bushido sein T-Shirt hochzieht, um sich den Schweiß abzuwischen, und dabei sein durchtrainierter Bauch frei wird.
Gut zwei Stunden dauert die „Party“ mit Bushido und seinen Kollegen D-Bo, DJ Stickle und Nyze. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hören genau hin, welche Lieder gespielt werden, geben aber schnell Entwarnung. Bushido bleibt brav, hält sich an die Songliste, die seine Mitarbeiter dem Amt im Vorfeld zukommen ließen. Die Debatten um die Auftrittsverbote kommen dem Geschäftsmann entgegen. Das Konzert in Düsseldorf musste vom Tor 3 ins größere Stahlwerk verlegt werden. Das war mit 2000 Fans ausverkauft. „Ich danke meinen Gegnern“, sagt Bushido dazu.
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