Verbotenes Glücksspiel: Razzia: Polizei schließt vier Lokale
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 31.01.2010 - 16:21Düsseldorf (RPO). Die Polizei hat mit dem Zoll und städtischen Ämtern 13 Kneipen kontrolliert. Es gab zahlreiche Verstöße wegen illegalen Glücksspiels. Ein Mann wurde festgenommen, er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung mit Haftbefehl gesucht.
Bei einer Razzia im Kampf gegen verbotenes Glücksspiel und Schwarzarbeit hat die Polizei in Düsseldorf von 13 aufgesuchten Lokalen vier Objekte auf der Stelle geschlossen. Nur in einem Fall gab es nach Polizeiangaben keine Beanstandungen.
Der Einsatz fand in der Nacht auf Samstag in Gaststätten, Internetcafes und Wettbüros in Stadtmitte und Friedrichstadt statt. Dabei fanden die Beamten unter anderem illegale Spielautomaten. Außerdem waren Notausgänge verschlossen und bei Geldspielgeräten lagen keine geeigneten Bescheinigungen vor. In einem Lokal fanden die Polizisten eine geringe Menge Betäubungsmittel.
Die Polizei überprüfte insgesamt 120 Personen. Ein 30-jähriger Mann wies sich mit gefälschten Papieren aus. Im weiteren Verlauf der Kontrolle stellte sich heraus, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung vorlag. Er wurde festgenommen. Außerdem wurde ein Fall von Schwarzarbeit aufgedeckt.
Erhöhter Druck in der Szene
Vor zwei Jahren hat die Polizei mit dem Zoll und städtischen Ämtern die Kontrollen in der Gastroszene verstärkt. Es waren Konkurrenzkämpfe um die Machtpositionen im Glücksspiel- und Drogenmilieu ausgebrochen, die nach einer Schießerei an der Jahnstraße und einer Massenschlägerei am Fürstenwall für öffentliche Beunruhigung sorgten. Der erhöhte Ermittlungsdruck soll die Spieler-Szene, die sich vor allem in Friedrichstadt etabliert hat, verunsichern.
Mehr als 50 Glücksspiel-Lokale, Callshops oder Internet-Cafés sind der Düsseldorfer Polizei bekannt. Die meisten von ihnen erhalten regelmäßig Besuch von Kripo und Ordnungsamt. Nach der Kontrolle aber haben die Ermittler selten etwas gegen die Betreiber in der Hand. Die Konzessionen der Lokale sind offiziell in Ordnung, weil von den Spielerbanden meistens Strohmänner zwischengeschaltet werden. Gewerberechtliche Beanstandungen wie etwa unsaubere gastronomische Bereiche können ebenfalls nur selten festgestellt werden.
Die Kripo weiß, dass in Hinterzimmern um fünfstellige Summen gespielt wird. Früher trafen sich die Zocker zum Roulette, Black Jack und Backgammon. Heute wird vor allem gepokert um zehntausende Euro. „Leider kommen die meisten Täter mit Bewährungsstrafen davon”, bemängelte Kripo-Chef Wilhelm Schwerdtfeger nach einer früheren Razzia. Nicht selten stellt sich dabei auch heraus, dass ein Internet-Café ein getarnter Hehler-Treffpunkt ist oder dass ein Callshop als Drogen-Bunker genutzt wird.
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