Mehr als 100 Einsätze: Regen überschwemmt Straßen
zuletzt aktualisiert: 10.08.2007 - 08:11(RP). Der Dauerregen hat der Düsseldorfer Feuerwehr am Donnerstag und heute Morgen über 100 Einsätze beschert. Die Unterführung am Nordfriedhof musste am Donnerstagmorgen gesperrt werden. Keller und Schächte liefen voll, die Gullys wurden im Akkord gereinigt. Den Pegel der Anger hatte die Feuerwehr im Blick: Die Ein-Meter-Marke wurde überschritten.
Die meisten Einsätze verzeichnete die Feuerwehr in Benrath, Bilk, Unterbilk, Friedrichstadt und Lohhausen. Dort liefen zahlreiche Keller voll. Im Rheinbahndepot in Benrath an der Hildener Straße waren rund 500 Quadratmeter Keller geflutet. Öl- und Kraftstofftanks standen etwa 15 Zentimeter unter Wasser. Der angrenzende Itterbach war randvoll. Die Feuerwehr war von 22.30 Uhr bis zwei Uhr alleine hier im Einsatz.
An der Düsseldorfer Straße schlug ein Blitz in einen Kamin ein. Die Anwohner fürchteten Einsturzgefahr, die Feuerwehr konnte jedoch Entwarnung geben. Feuermeldungen aus dem Arag-Tower und einem Altenheim entpuppten sich glücklicherweise als Fehlalarm.
Der Dauerregen hielt gestern Polizei, Feuerwehr und Stadt auf Trab und gab einen Vorgeschmack auf das, was passieren kann, wenn es nicht aufhört zu schütten: Zehn Mitarbeiter koordinierten in der Leitstelle die Einsätze, im Normalfall arbeiten hier nachts nur zwei Feuerwehrleute.
Schon gestern Morgen musste die Polizei die Unterführung am Nordfriedhof stadtauswärts sperren, weil sie überschwemmt war. Hier drückte allerdings kein Gully hoch, wie zuerst vermutet wurde. Das Wasser lief nicht ab wie geplant, weil die Johannstraße noch eine Baustelle ist, an der bis zum frühen Morgen gearbeitet wurde. Die Bahn sei abgefräst worden, erklärt die Stadt, und habe Rillen, die verhinderten, dass das Wasser über die Kante laufen konnte. Stattdessen stand es auf der Fahrbahn. Um 10 Uhr war die Straße wieder frei, zuvor war es zu Staus bis zum Mörsenbroicher Ei gekommen.
Anderswo gab es durchaus überlaufende Gullys: Rund ein Dutzendmal musste der Kanalbetrieb der Stadt (siehe Info) ausrücken, um die Abflüsse wieder in Fluss zu bringen. Dreck, Schlamm und Laub setzt die Gullys zu, „und bei 60000 Stück im Stadtgebiet können nicht immer alle kontrolliert werden“, so ein Stadtsprecher. Probleme machten die Wassermengen aber noch lange nicht: Die unterirdischen Auffangbecken laufen erst nach wochenlangem Starkregen voll.
Übergelaufen sind die Flüsse und Flüsschen in der Stadt noch nicht. Allerdings erreichte die Anger um vier Uhr nachts 1,16 Meter. Um sechs Uhr morgens war der Pegel aber wieder auf 98 Zentimeter gesunken. Tritt die Anger über die Ufer, sind Berufs- und Freiwillige Feuerwehr im Großeinsatz. Gestern gab es bereits einen überschwemmten Aufzugschacht in einer Oberrather Tiefgarage und neun vollgelaufene Keller, die meisten in Lohausen.
Schlechte Sicht und rutschige Straßen werden bei einer ganze Reihe von Unfällen eine Rolle gespielt haben: Innerhalb einer Stunde hat es gestern 14 Mal gekracht. „Gott sei Dank waren es alles nur Blechschäden“, so Polizeisprecher André Hartwich.
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