Innenstadt: Regen verhindert Rekordgeschäft
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 22.12.2008 - 07:47Düsseldorf (RPO). Der letzte Verkaufssamstag vor Heiligabend sollte der Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts werden. Laut DMT waren 900.000 Menschen in der Stadt, doch der Dauerregen und die schwierige wirtschaftliche Lage dämpften die Verkaufszahlen. Der Einzelhandel rechnet mit einem leichten Minus.
Patrick Szeili hatte schnell die Nase voll. Der 32-Jährige wollte für seine beiden Schwestern noch Geschenke besorgen. Aber der Dauerregen kroch ihm schon nach einigen Minuten in die Jacke, so dass er die Lust verlor. Ein Barbie-Puppen-Pferd für seine fünfjährige Schwester, ein Palästinenser-Tuch für die Zwölfjährige. „Ich fahr’ jetzt bei dem Mistwetter sofort wieder nach Hause“, sagte er beim wärmenden Kaffee an der Schadowstraße.
Nur einige hunderttausend Weihnachtsshopper strömten am Samstag in die Innenstadt. Ein Gradmesser: Die City-Parkhäuser waren den ganzen Tag über nur selten voll, schon am Nachmittag gab es zum Beispiel am Schauspielhaus wieder mehr als 100 Stellplätze.
Für Einzelhandelsgeschäftsführerin Waltraud Loose ist nach diesem Samstag klar: „Er lag umsatzmäßig unter dem des Vorjahres und unter dem der Vorwoche.“ Das Fazit: Die Händler rechnen nach dem ohnehin extrem guten Vorjahresergebnis nicht mehr damit, es wieder zu erreichen. „Es wird wohl ein ganz kleines Minus werden“, sagt Loose. Hermann Franzen vom gleichnamigen Traditionsunternehmen an der Kö sieht das ähnlich: „Die Leute sind zurückhaltender. Wir merken auch, dass die Menschen öfter kleinere Geschenke kaufen.“ Loose bringt es auf die Formel: „Die Geschenke werden ein bisschen kleiner. Nur an den Kindern wird nicht gespart.“
Die großen Geschenke sind ohnehin meist gekauft, sagt Loose. Nun sind die klassischen Last-Minute-Präsente dran. Geschenke wie Parfüm, CDs und DVDs, Bücher, Socken, Krawatten. Dirk Henckel von Saturn kennt die Renner: LCD-Bilderrahmen und Flachbildschirm-Fernseher laufen sehr gut.
Die Hoffnung des Handels liegt jetzt auf den verbleibenden zweieinhalb Tagen bis Heiligabend. Vor allem Nahrungsmittel-Geschäfte machen dann die hohen Umsätze. Umsätze, die am Samstag noch fehlten – merkten auch Christofa Wowczak und Nicole Rittmann. Die beiden bewahrten im Bus auf der Schadowstraße volle Tüten und Taschen auf, damit die Kunden weiter freihändig auf die Jagd gehen konnten. Manche übertrieben es aber: „Wir sollten schon mal auf Hunde und Kinderwagen aufpassen“, sagt Rittmann. Kinderwagen Gott sei Dank ohne Kind.
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