Erstes Quartal 2010: Rekordumsatz bei Immobilien
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 19.04.2010 - 08:01Düsseldorf (RPO). Im ersten Quartal 2010 wurden in Düsseldorf Immobilien im Wert von rund 160 Millionen verkauft. Großen Anteil daran hatte das Derendorfer Living Office, das die Schweizer Bank UBS für 50 Mio kaufte.
Nachdem man über viele Monate eine eher gedrückte Stimmung am Markt gespürt hatte, sei die Stimmung sehr plötzlich wieder viel besser geworden, sagte jetzt Ignaz Trombello (Trombello Kölbel Immobilien). Davon sei man regelrecht überrascht worden. Er rechnet vor, dass rund 160 Millionen Euro Immobilien-Umsatz des ersten Quartals 2010 vor allem bei Büro- und Gewerbeprojekten gemacht worden sind. Einer der größten Einzel-Umsätze ist der Verkauf des neuen "Living Office" auf dem früheren Rheinmetall-Gelände in Derendorf. Die erst vor wenigen Monaten fertig gestellte Immobilie wurde vom Projektentwickler jetzt für 50 Millionen Euro an die Schweizer Bank UBS verkauft, heißt es in der Branche.
45 Millionen Euro der oben genannten Summe gingen jedoch in den gewerblichen Bau von neuen Wohnungen. Dieser Anteil ist nach Einschätzung von Fachleuten sehr hoch – was aber Insider nicht verwundert: Der Markt reagiert auf Hochrechnungen, nach denen in Düsseldorf bei wachsender Bevölkerung zu wenig gebaut wird und investiert in den privaten Wohnungsbau. Die Wohnungs-Mieten sind in Düsseldorf 2009 um sechs Prozent gestiegen, also wird es für Entwickler und Investoren reizvoll, ihr Geld in der Landeshauptstadt wieder in Wohnimmobilien anzulegen. Grundstücke für Wohnungsbau, in Düsseldorf schon immer ein knappes Gut, sind von großen Anlegern sehr gesucht.
Wer in Düsseldorf ein Büro anmietet, darf nicht auf sinkende Mieten hoffen. Die Fachleute sind sich einig: Trotz Krise im Finanzsektor sind die Preise stabil geblieben. Am billigsten mietet man sich in Teilen des Düsseldorfer Südens ein, wo man ab 7,50Euro/qm dabei ist.
Top-Lagen in der City oder im Hafen können auch schon mal 25 Euro kosten, werden aber nur in geringen Mengen vermarktet. Die Durchschnittsbüro-Miete liegt in der Stadt bei 14,60 Euro - und da liegt auch der Preis, den Vodafone angeblich demnächst zahlt: 15 Euro.
Mit seiner Einschätzung über einen wieder gut laufenden Düsseldorfer Markt ist Trombello einig mit den Fachleuten anderer Firmen wie Jones Lang Lasalle und Aengevelt, die in den letzten Tagen ähnliche Einschätzungen, vor allem auch für den Büro-Vermietungsmarkt, präsentierten.
Vermietung startet positiv
Auch die gewerbliche Vermietung hat im ersten Quartal einen großen Sprung nach vorn gemacht, weil der Vertrag für den Vodafone-Neubau am Seestern jetzt fest vereinbart wurde. Der Telekommunikationsriese hat einen Mietvertrag über 90 000 Quadratmeter unterschrieben, was die Gesamtfläche der Neuvermietung in Düsseldorf auf 139 000 Quadratmeter (nur direktes Stadtgebiet) ansteigen ließ. Aber auch ohne das Vodafone-Geschäft sei der Büro-Vermietungsmarkt besser gestartet, als viele erwartet hatten, sagt Renate Kölbel (Trombello Kölbel). Zusätzlich zu Vodafone seien knapp 50 000 Quadratmeter angemietet worden, kaum weniger als im Vergleichszeitraum 2009.
Nach Angaben der Immobilienfirma Savills kamen zwei Drittel aller Vermietungen in der City und im immer mehr begehrten Bankenviertel zustande.
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