Caravaggio im museum kunst palast: Religion, Erotik und Gewalt
zuletzt aktualisiert: 08.09.2006 - 11:35Düsseldorf (dto). Die Ausstellung „Caravaggio - Auf den Spuren eines Genies“ ist das bislang größte und aufwändigste Projekt des museum kunst palast. Mehr als 100.000 Besucher werden bis zum 7. Januar nächsten Jahres erwartet. Religion, Erotik und Gewalt gehören zu den Hauptthemen von Caravaggios effektvoll komponierter Malerei. Mit Modellen, die der Künstler oft von der Straße holte, setzte er Motive aus den biblischen Geschichten unkonventionell lebensnah in Szene. So malte er Heilige mit schmutzigen Fußsohlen, spritzendes Blut und auch alte runzlige Gesichter.
Nach langjähriger Vorbereitung präsentiert das museum kunst palast eine Zusammenschau der außergewöhnlichen Bildfindungen, die schon zu Lebzeiten Caravaggios von künstlerischen Nachfolgern aufgegriffen wurden. Gezeigt werden mehr als 30 hochkarätige Leihgaben aus internationalen Museen und renommierten Privatsammlungen. Die Ausstellung ist nur in Düsseldorf zu sehen und konzentriert sich auf eine Auswahl kraftvoller, bewegender und leidenschaftlicher Bilder.
Durch ihre Inszenierung mit Licht und Schatten und durch ihre Realistik war Caravaggios Malerei bereits bei seinen Zeitgenossen hochgeschätzt und begehrt. Zu seinen Auftraggebern gehörten kirchliche Würdenträger, römische Aristokraten und Sammler. "Caravaggio war das Enfant Terrible der damaligen Kunstszene", sagte der Generaldirektor des Museums, Jean-Hubert Martin und erklärte: "Er war ein Künstler, der seinen eigenen Weg verfolgt und immer gegen den Mainstream gearbeitet hat. Das macht ihn auch heute noch faszinierend aktuell."
Michelangelo Merisi genannt Caravaggio (1571-1610) wurde in Mailand und Rom ausgebildet und war später in Süditalien und auf Malta tätig, wo es ihm in einer relativ kurzen Schaffenszeit gelang, die Malerei zu revolutionieren und die Epoche des Barock mit zu begründen. Im 17. Jahrhundert beeindruckte Caravaggios Stil viele bedeutende Maler wie Velazquez, Rubens und Rembrandt und führte in ganz Europa zu einer nach ihm benannten Strömung innerhalb der barocken Malerei, dem „Caravaggismo“.
Zur Werk- und Wirkungsgeschichte Caravaggios gehört auch seine legendenumwobene Biographie. Die Lebensspuren des Künstlers sind in Gerichtsakten und Schriftquellen festgehalten, die von seinem streitbaren Charakter, von kirchlichen Förderern und künstlerischen Erfolgen, von Totschlag, Flucht vor der Justiz, päpstlicher Begnadigung und einem frühen rätselhaften Tod berichten.
"Caravaggio - Auf den Spuren eines Genies", museum kunst palast am Ehrenhof 4-5, täglich von 10 bis 20 Uhr, montags geschlossen. Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro.
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