Vor allem Busfahrer gefährdet: Rheinbahn-Fahrer: „Gewalt nimmt zu“
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 06.10.2008 - 07:33Düsseldorf (RPO). Die Diskussion um den Anstieg von Gewalt in Bussen und Bahnen reißt nicht ab. Nach der RP-Berichterstattung in den vergangenen Wochen über zunehmende Übergriffe auf Sicherheitspersonal, haben sich nun Rheinbahn-Fahrer zu Wort gemeldet. Auch sie beklagen, dass es immer häufiger zu Gewalttätigkeiten kommt.
Gefährdet sind vor allem die Busfahrer. Im Gegensatz zu ihren Kollegen in den Bahnen sind sie nicht von einer Kabine geschützt, in die Fahrgäste nicht hereinkommen. „Bei manchen Touren nehme ich ein Weichenstelleisen mit. Vor allem abends“, sagt einer der Busfahrer. „Damit kommt mir keiner, der Streit sucht, so schnell zu nahe.“
Er und seine Kollegen möchten unerkannt bleiben. Sie haben Sorge, dass sie Probleme mit ihren Vorgesetzten bei der Rheinbahn bekommen. Denn das Problem sei bekannt, getan werde aber nichts. „Da heißt es dann, wir sollen die Klappe halten und unsere Arbeit machen“, sagt ein anderer. Er sitzt seit bald 20 Jahren bei der Rheinbahn auf dem Bock. Er beobachtet: Gewalt macht nicht Halt vor gesellschaftlichen Schichten. „Geschäftsleute, die sich auf dem Weihnachtsmarkt mit Glühwein abschießen, sind viel schlimmer als eine Fahrt in die Arena zu einem ,Toten Hosen’-Konzert. Die benehmen sich wie der letzte Abschaum.“
Anlass für Auseinandersetzungen ist seit Juni 2007 auch das eingeschränkte Ess- und Trinkverbot in Bussen und Bahnen. Allein seit Februar dieses Jahres haben Rheinbahn-Sicherheitsleute mit 423 Fahrgästen darüber diskutiert. Und 23-mal eskalierte das in eine „tätliche Auseinandersetzung“. Nicht erfasst sind die Fälle, bei denen Fahrer mit den Fahrgästen aneinandergeraten.
Sie fühlen sich zunehmend allein gelassen: Die Leitstelle könne nicht immer helfen, wenn es brenne. „Die haben zu viel zu tun“, sagt ein Fahrer. Zwar sind die Fahrzeuge mit einer so genannten Überfalltaste ausgestattet. Wenn der Fahrer sie auslöst, können seine Kollegen in der Leitstelle eine Auseinandersetzung mit Fahrgästen mithören und die Polizei verständigen.
Und die Videokameras in den Bahnen? „Die geben keine Sicherheit. Die sind doch längst nicht alle scharf geschaltet.“
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