Am Abend droht überfrierende Nässe: Rheinbahn zufrieden - Awista kämpft
VON JOHANNES BORNEWASSER - zuletzt aktualisiert: 22.12.2009 - 15:26Nach dem wetterbedingten Verkehrschaos am Montag hat sich die Lage in der Stadt größtenteils beruhigt. Der Flughafen meldet planmäßigen Verkehr und auch die Polizei zieht bislang eine positive Bilanz. Auch bei der Rheinbahn kommt es nur noch vereinzelt zu Verspätungen. Lediglich die Awista hat weiter zu kämpfen. Aber: Die Wetteraussichten sind denkbar schlecht.
„Wir haben heute im Berufsverkehr nur einen einzigen Unfall verzeichnet. Um 7.30 Uhr gab es einen leichten Blechschaden in Wersten. Das ist nicht einmal mit normalen Werktagen vergleichbar“, sagte Polizeisprecher Andre Hartwich. „Sonst haben wir um diese Zeit rund ein Dutzend Unfälle.“ Diese Verkehrslage sei ein Zeichen dafür, das neben den Düsseldorfern auch viele der 380.000 Pendler bereits im Weihnachtsurlaub sind, erklärte Hartwich.
Auch der Düsseldorfer Flughafen konnte inzwischen den normalen Betrieb wieder aufnehmen. „Es regnet, das ist echt toll“, sagte Sprecher Christian Witt. Durch das umgeschlagene Wetter habe es keinerlei Verzögerungen am Dienstag gegeben.
180.000 Liter Enteisungsmittel
Noch am Sonntag waren 400 Flüge ausgefallen, am Montag waren es 25. „Viele der am Montag gestrichenen Flüge sind aber auf Probleme am Abflugsort zurückzuführen. Hier in Düsseldorf lief es gestern schon wieder recht gut.“
Ein Grund dafür sei die Vorsorge des Flughafens gewesen: Bereits in der Vorwoche waren zehn Lkw und fünf Bagger sowie 50 Mann Personal angemietet worden. So konnten die Schneemassen relativ zügig abtransportiert werden.
Zudem wurden rund 180.000 Liter Enteisungsmittel benötigt, um die Tragflächen der Flugzeuge von Eis und Schnee zu befreien. Der Flughafen beziffert den durch das Wetter entstandenen Schaden auf mindestens 500.000 Euro.
Awista in Randgebieten unter Druck
Bei der Rheinbahn kommt es nach den zahlreichen Ausfällen am Montag nur noch vereinzelt zu Verspätungen. „Mit dem Wetter kommen wir heute schon wieder gut zurecht“, sagte Sprecher Georg Schumacher. Für vereinzelte Verspätungen seien Unfälle und Zweite-Reihe-Parker verantwortlich, in der Regel aber nicht mehr der Schneematsch.
Lediglich bei der am Montag stark kritisierten Awista gibt es weiter viel Arbeit. „Wir müssen dort nacharbeiten, wo wir gestern nicht hingekommen sind“, sagte Ralf Böhme. Die Awista habe sich den gesamten Montag auf das Stadtgebiet konzentriert, so dass nun die Randgebiete geräumt würden, erklärte der Awista-Sprecher weiter.
Auch bei der Müllabfuhr komme es noch teilweise zu Problemen. „Wir werden aber so schnell wie möglich ausrücken und dann auch Müllüberschüsse mitnehmen“, versprach Böhme. Betroffene Kunden dürfen also ausnahmsweise auch neben einer überfüllten Tonne Müll in Tüten lagern.
Polizei hofft auf Wetter
„Derzeit sieht alles nach vorweihnachtlicher Ruhe aus“, sagte Polizeisprecher Hartwich. „Hoffentlich hält das Wetter.“ Auch Awista und Rheinbahn beobachten diese Unbekannte mit Spannung, denn laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zieht ein Tief von Benelux zur Deutschen Bucht auf. „Auf seiner Rückseite setzt sich zum Nachmittag und in der kommenden Nacht in Nordrhein-Westfalen wieder etwas kältere Luft durch.“ Ein weiteres Verkehrschaos durch überfrierende Nässe ist damit nicht mehr ausgeschlossen.
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