Protest bringt Chaos: Rheinbahnstreik wahrscheinlich ab Donnerstag
zuletzt aktualisiert: 20.02.2008 - 08:05Düsseldorf (RPO). Mitarbeiter der Stadtverwaltung und städtischer Kindertagesstätten legten gestern die Arbeit nieder. Busse und Bahnen sind wahrscheinlich ab Donnerstag betroffen, die Müllwerker der Awista wollen am Freitag in den Ausstand treten.
Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst könnten den Alltag in der Stadt bereits ab heute gewaltig durcheinander bringen. Nachdem gestern Erzieherinnen städtischer Kindertagesstätten und Mitarbeiter der Stadtverwaltung teilweise in den Ausstand getreten sind und mit Trillerpfeifen und Verdi-Gewerkschaftsfahnen vor dem Rathaus für mehr Lohn protestiert haben, könnte der öffentliche Personennahverkehr schon Donnerstag betroffen sein.
Der Plan eines Warnstreiks am Freitag sei „zu früh veröffentlicht“ worden, erklärte gestern Dirk Beyer, Verdi-Mitglied im Rheinbahn-Aufsichtsrat. Deshalb werde nun „neu überlegt“. Wahrscheinlich ist, dass die Rheinbahn morgen bestreikt wird - möglicherweise ganztägig, hieß es aus dem Unternehmen. Offiziell empfiehlt die Rheinbahn ihren Fahrgästen, sich frühmorgens übers Radio zu informieren. Die Gewerkschaft habe angekündigt, erst in der Nacht vor Streikbeginn zu informieren.
Manche Mülltonnen werden am Freitag wohl ungeleert bleiben. Die Müllwerker der Awista wollen sich laut Verdi zu einer Kundgebung vor der Hauptverwaltung treffen. Der Warnstreik könne mehrere Stunden dauern. „Wir können nicht ausschließen, dass am Freitag in manchen Bezirken die Tonnen nicht geleert werden“, erklärte Awista-Sprecher Ralf Böhme. Dies würde jedoch später nachgeholt, möglicherweise auch am Samstag.
Einen Vorgeschmack auf den Arbeitskampf gab’s gestern vor dem Rathaus, wo sich morgens Angestellte der Stadtverwaltung und nachmittags Erzieherinnen zur Kundgebung versammelt hatten. Die Polizei sprach von etwa 400 Teilnehmern am Morgen und 150 am Nachmittag, Verdi kam morgens auf 950 und 250 am Nachmittag. „Die zählen die Finger und vergessen zu teilen“, kommentierte OB Joachim Erwin „diese Schönrechnerei“. Er hält die Warnstreiks für völlig überflüssig. Mit ihrer achtprozentigen Lohnforderungen hingen die Gewerkschaften „Mondvorstellungen“ nach. Beide Seiten sollten sich an einen Tisch setzen und ein vernünftiges Ergebnis aushandeln, „denn die Zeche zahlt schließlich der Steuerzahler“.
Die Redner bei der Kundgebung verwiesen hingegen auf die rasanten Preissteigerungen bei Energie, Lebensmitteln und Mieten. „Als Techniker in einem Entwässerungsbetrieb verdiene ich monatlich 1825 Euro brutto“, sagte Heiko Frenzke (36). Als geschiedenem Vater zweier Kinder blieben ihm 1250Euro netto. Das reiche hinten und vorne nicht. „Nur weil mein Mann auch Vollzeit arbeitet, können wir uns ab und zu mal einen Urlaub mit unseren zwei Söhnen leisten“, sagte Elke Segebrecht (42), Gärtnerin im Dienste der Stadt.
OB Erwin betonte, er könne sich gut eine Drei vor dem Komma vorstellen. Weil aber der Kommunale Arbeitgeberverband die Verhandlungen führe, habe die Stadt Düsseldorf darauf keinen Einfluss.
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