Auch gute Perspektiven für deutsche Standorte: Rheinmetall setzt auf Asien
zuletzt aktualisiert: 22.03.2006 - 15:40Düsseldorf (dto). Der Rüstungs- und Autotechnikkonzern Rheinmetall will in den nächsten Jahren sein Auslandsgeschäft stärken und dadurch an Fahrt gewinnen. Geplant sei eine jährliche Umsatzsteigerung von fünf Prozent. Für die Autozulieferer-Tochter und Hauptumsatzbringerin Kolbenschmidt Pierburg hat Vorstandschef Klaus Eberhardt vor allem Asiens Autoindustrie im Blick: "Wir wollen an die großen Kunden wie Honda und Toyota", sagte er bei der Bilanzvorlage.
Im Vorjahr erwirtschaftete Rheinmetall bereits 67 Prozent des leicht auf 3,45 (2004: 3,41) Milliarden Euro gestiegenen Gesamtumsatzes im Ausland, wobei der Löwenanteil mit 45 Prozent auf Europa entfiel. Asien kam auf sechs Prozent. Deutschland trug ein Drittel zum Rheinmetall-Geschäft bei. Die Perspektive für die deutschen Konzernstandorte bezeichnete Eberhardt als gut. Über 40 Millionen Euro seien darin zuletzt investiert worden.
Kolbenschmidt Pierburg fuhr 2005 mit einem Plus von 5,6 Prozent auf zwei Milliarden Euro den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte ein. Zukäufe für die Sparte schließt Eberhardt nicht aus, doch sei im Moment nichts "in der Pipeline".
Auch in der Wehrtechnik-Sparte stehen bei Rheinmetall die Zeichen weiter auf Wachstum. Das weltweit gestiegene Sicherheitsbedürfnis und der Trend zu neuen Ausrüstungen bescherten Rheinmetall Defence 2005 ein Auftragsplus von 41 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro bei einem weitgehend stabilen Umsatz von 1,40 (1,38) Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem eine Vereinbarung über die Lieferung von ABC-Spürpanzern für die Vereinigten Arabischen Emirate sowie von 180 Frachtladesystemen für den Militär-Airbus A400M bei.
Bei der anstehenden Konsolidierung der Heerestechnik in Deutschland und Europa beansprucht Rheinmetall eine Führungsrolle, wie Eberhardt betonte. Vor allem in Deutschland sei eine Konsolidierung "ein absolutes Muss". Hintergrund sind Überlegungen über einen Zusammenschluss von Rheinmetall Landsysteme und seinem Wettbewerber Krauss-Maffei, der auch von der Bundesregierung befürwortet wird. Einen neuen Sachstand gebe es dazu nicht, doch seien beide Firmen in einem intensiven Meinungsaustausch.
Bis 2010 will Rheinmetall Eberhardt zufolge den Umsatz auf 5 Milliarden Euro und die Gesamtkapitalrentabilität auf 20 (2005: 16,6) Prozent hochschrauben. Die Aktionäre sollen für das zurückliegende Geschäftsjahr eine Dividende von 90 Cent je Aktie erhalten. Übernahme-Ängste gibt es bei dem im MDax notierten Unternehmen derzeit nicht. Für eine Häufung von Anteilen habe man derzeit keine Anzeichen, sagte Eberhardt.
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