Ohne Zukäufe weiter auf Wachstumskurs: Rheinmetall steigert Gewinn
zuletzt aktualisiert: 22.03.2005 - 12:16Düsseldorf (rpo). Der Düsseldorfer Rüstungs- und Autozulieferkonzern Rheinmetall hat 2004 durch den Konzernumbau erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Durch den Verkauf der Elektroniksparte und andere Desinvestitionen sank der Umsatz des Unternehmens um fast 20 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro.
Gleichzeitig stieg das Betriebsergebnis (Ebit) aber um 6,4 Prozent auf 217 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich sogar um 49 Prozent auf 101 Millionen Euro, wie das Unternehmen mittelte. Insgesamt hatte Rheinmetall 2004 Unternehmenstöchter mit einem Umsatzvolumen von rund 900 Millionen Euro abgegeben. Damit sei der Konzernumbau erfolgreich abgeschlossen, hieß es in Düsseldorf.
Angesichts der verbesserten Ertragskraft will das Unternehmen die Dividende für 2004 um 10 Cent auf 0,74 Euro je Stammaktie und 0,80 Cent je Vorzugsaktie erhöhen. Auf der diesjährigen Hauptversammlung will der Konzern außerdem vorschlagen, die 18 Millionen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht im Verhältnis eins zu eins in Stammaktien umzuwandeln. Damit solle die Attraktivität der Rheinmetall-Aktie an den internationalen Kapitalmärkten erhöht werden, betonte das Unternehmen.
Rheinmetall will ohne Zukäufe weiter wachsen
Der Düsseldorfer Rüstungs- und Autotechnikkonzern Rheinmetall will sein bisher mittelfristiges Ziel eines organischen Wachstums von jährlich fünf Prozent schon im laufenden Jahr erreichen. Auch Wachstum durch Zukäufe und Joint Ventures sei nicht ausgeschlossen, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus Eberhardt am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Das "sehr gute Ertragsniveau" im Bereich Automotive (Automobilzulieferung) solle 2005 stabilisiert und die Ertragskraft des Bereichs Defence (Wehrtechnik) gestärkt werden.
Vor dem Hintergrund der bereits am Vortag gemeldeten Steigerung des Jahresüberschusses um 49 Prozent auf 101 Millionen Euro 2004 erwartet Rheinmetall auch im laufenden Jahr ein Ergebniswachstum im Gesamtkonzern. Der Konzernumsatz war 2004 durch Verkäufe von Unternehmensteilen von rund 4,2 Milliarden Euro auf rund 3,4 Milliarden Euro gesunken.
Der Auftragsbestand lag nach Informationen vom Dienstag zum Ende des vergangenen Jahres bei 2,74 Milliarden Euro, der Auftragseingang belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf knapp 3,15 Milliarden Euro. Der Schuldenstand sei deutlich abgebaut worden. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten beliefen sich laut Rheinmetall zum Jahresende auf 154 Millionen Euro, nach 230 Millionen Euro im Jahr zuvor.
In das laufende Geschäftsjahr ist der Konzern den Angaben zufolge "mit gutem Erfolg" gestartet. Insbesondere die Auftragsverzögerungen einiger Projekte im Bereich Defence im Schlussquartal 2004 seien durch mehrere bedeutende Aufträge mit einem Gesamtvolumen von über 300 Millionen Euro in den ersten Wochen des laufenden Geschäftsjahres ausgeglichen worden.
In den kommenden Jahren wird es nach Einschätzung von Eberhardt eine Konsolidierung der Wehrtechnik in Europa geben. Rheinmetall sei gut positioniert und stehe Gewehr bei Fuß, um dabei eine Schlüsselrolle zu spielen. Das Unternehmen unterstütze den Regierungswunsch nach einer zunächst nationalen Konsolidierung. Dann könne man sich aus einer Position der Stärke in ein europäisches Konstrukt einbringen. Für die Konsolidierung der europäischen Wehrtechnik veranschlagt der Vorstandschef aber einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren.
Zu Verbesserung der Bilanzstruktur will Rheinmetall seine am 31. Mai 2006 fällige Anleihe im Volumen von 350 Millionen Euro zurückkaufen. Das Rückkaufangebot gilt ab sofort und endet nach bisheriger Planung am 15. April. Danach erwägt der Konzern die Emission einer neuen Anleihe mit mittlerer Laufzeit.
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