Beschlossen: Rheinufertunnel bekommt Blitzer
zuletzt aktualisiert: 26.09.2008Düsseldorf (RPO). Schnellfahrer sollten sich schon mal darauf einstellen: Die Blitzanlage im Rheinufertunnel kommt. Die Verkehrsunfallkommission, in der Experten von Stadt und Polizei regelmäßig über bedenkliche Entwicklungen auf Düsseldorfer Straßen beraten, hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, die Installation der Anlage zu empfehlen. Zudem sprachen sich die Fachleute für ein Anheben des Tempolimits von 60 auf 70 km/h aus.
Nach der jüngsten Geschwindigkeitskontrolle der Polizei, bei der 64 Autofahrer deutlich schneller als Tempo 80 fuhren – und einer sogar 182 –, hatte Ordnungsdezernent Werner Leonhardt in einem Gespräch mit der Rheinischen Post für die stationäre Blitzanlage nach Art der A 44-Blitzer plädiert.
Schon vor sieben Jahren angedacht
Die war bereits vor sieben Jahren im Gespräch gewesen, damals jedoch ad acta gelegt worden, weil es noch keine geeignete Technik gab. Die Gefahr, dass Autofahrer durch den Blitz geblendet und so zusätzliche Gefahren im Tunnel geschaffen würden, war zu groß.
Jetzt gibt es blendfreie Anlagen, und der Vize-Chef des Amts für Verkehrsmanagement, Roland Hahn, hat bereits Kontakt mit dem Hersteller aufgenommen. Schon bald sollen die Blitzer installiert werden, und zwar – wegen der vielen Zufahrten – in jeder Fahrtrichtung zwei.
Hinweis auf Tempokontrolle
Damit ortskundige Fahrer gegenüber Auswärtigen keinen Vorteil hätten, wie vom FDP-Verkehrsexperten Manfred Neuenhaus befürchtet worden war, soll an den Tunneleinfahrten auf die Tempokontrolle hingewiesen werden.
Die Unfallkommission wird ihre Empfehlung dem Verkehrsausschuss vorlegen, wo sich ebenfalls eine breite Mehrheit für die Anlage abzeichnet. „Ich finde das gut, weil es die Realität legitimiert“, sagt Andreas Hartnigk (CDU). Das sei aber nur in Kombination mit der Tempo-Überwachung akzeptabel. „Wir werden zustimmen“, sagt Rolf-Jürgen Bräer (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses.
"Wir wollen keine Abzocke"
Auch die Liberalen wollen nun grünes Licht geben: „Wir wollten keine Abzocke“, erklärt Neuenhaus. „Mit dem Hinweis auf die Kameras kann ich das akzeptieren.“ Die Grünen wollen nur teils zustimmen: „Die Überwachung ist zu begrüßen“, sagt Norbert Czerwinski: „Die Tempo-Erhöhung ist aber das falsche Signal.“
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