Düsseldorf: Roboter hält Kamera bei Prostata-OP
VON ANDREAS PANKRATZ - zuletzt aktualisiert: 05.11.2009 - 08:25Düsseldorf (RPO). Längst erleichtern so genannte knopflochchirurgische Eingriffe operative Behandlungen an Nieren und der Prostata. Dabei gelangt der Arzt mit seinem Operationsbesteck durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke an die Organe.
Eine etwa neun Millimeter dicke Kamera überträgt jede Bewegung in 15-facher Vergrößerung auf einen Monitor. In der Golzheimer Paracelsus Klinik sind solche Eingriffe inzwischen noch einfacher. Im OP-Saal führt nun ein neuer Roboter die Kamera und verspricht angenehmere und schnellere Ergebnisse.
Oliver Moormann ist von dem Automaten überzeugt. "Das Gerät liefert mir absolut exakte, klare und hochauflösende Bilder", erklärt der leitende Oberarzt. Wackelige Aufnahmen, wie sie bisher durch den Einsatz eines menschlichen Assistenten unvermeidlich waren, sind damit passé.
Statt einem Assistentsarzt Anweisungen zu geben, steuert der Chirurg die Kamera freihändig mit einem Sensor an seiner Stirn. Das fördert nicht einfach nur ein konzentrierteres Operieren. Die Präzision ermöglicht nicht zuletzt einen schonenderen Umgang mit dem empfindlichen Gewebe. "Insbesondere an heiklen Stellen wie dem Schließmuskel oder Nervensträngen, die die Potenz beeinflussen, erhalte ich eine bessere Sicht und kann verlässlicher arbeiten", so Moormann. Schäden, die gewöhnlich durch die Operation entstehen, werden so wesentlich minimiert.
Moor hat bereits 20 Prostata-Patienten mit der neuen Technik behandelt. Seine Erfahrungen sind positiv. Die etwa zweistündigen Eingriffe verlaufen laut dem Oberarzt nicht nur schonender, sondern auch bis zu zehn Prozent schneller.
Kosten: 40 000 Euro
Pro Woche kommt das Gerät drei bis fünf Mal zum Einsatz und hat die Golzheimer Klinik 40 000 Euro gekostet. "Damit wollen wir unsere Stellung unter den urologischen Fachkliniken weiter ausbauen", begründet Verwaltungsdirektor Christian von den Driesch die Investition. Seit der Premiere der laparoskopischen Methode vor sechs Jahren wurden in Golzheim bereits über 650 Patienten auf diese Weise operiert.
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