Anteile an mehr als 75 institutionelle Investoren verkauft: Röchling trennt sich von Rheinmetall-Aktien
zuletzt aktualisiert: 29.11.2004 - 09:47Düsseldorf/Mannheim (dto). Bereits in der vergangenen Woche kam die Ankündigung, jetzt ist der Handel perfekt. Die Unternehmerfamilie Röchling teilte am Montagmorgen mit, sie habe ihre ihre Aktienmehrheit an dem führenden deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall verkauft. die Familie hätte ihre rund 13,2 Millionen Stammaktien und knapp 1,9 Millionen Vorzugsaktien an mehr als 75 institutionellen Investoren veräußert.
Röchling hatte in der vergangenen Woche seinen Ausstieg bei dem Rüstungs- und Automobilzulieferkonzern angekündigt, der unter anderem am Bau des Kampfpanzers Leopard 2 und der Entwicklung des neuen Schützenpanzers Puma beteiligt ist. Das Unternehmen hält bislang 73,7 Prozent der mit Stimmrecht versehenen Stammaktien und 10,48 Prozent der stimmrechtslosen Vorzugsaktien.
Der Vorstand der Rheinmetall AG äußerte sich am Montag erfreut über die breite Platzierung der bislang von Röchling gehaltenen Anteile. "Rheinmetall begrüßt die neue Eigentümerstruktur und freut sich auf die konstruktive Zusammenarbeit mit den neuen Investoren", erklärte der Konzern in Düsseldorf.
Am Wochenende war Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt Spekulationen entgegengetreten, nun drohe eine Übernahme durch einen US-Konkurrenten. Solche Spekulationen entbehrten jeder Grundlage, sagte Eberhardt der "Welt am Sonntag". An der grundsätzlichen Ausrichtung des Rüstungs- und Autozulieferunternehmens werde sich nichts ändern. Auch eine Aufspaltung in die beiden Unternehmensbereiche schloss er aus.
Vor allem amerikanischen und angelsächsischen Finanzinvestoren wird ein Interesse an dem Konzern nachgesagt. Allerdings könnte der Einstieg eines ausländischen Investors zu einem Politikum werden. Denn der Erwerb von mehr als 25 Prozent des Rüstungsunternehmens durch ausländische Unternehmen kann nach der jüngsten Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes von der Bundesregierung untersagt werden, wenn dadurch "wesentliche Sicherheitsinteressen" der Bundesrepublik gefährdet würden.
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