Düsseldorf: Rückschlag für Modemesse
VON DENISA RICHTERS UND SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 20.11.2008 - 07:47Düsseldorf (RPO). Bei den "Igedo Fashion Fairs" wird es im Februar nicht mehr das Segment Body Look geben. Dessous und Bademode sind nur noch im Sommer dabei. Nach dem Aus für die Trendmesse "Weare" ein weiterer herber Verlust.
Auf der Internet-Seite der "Body Look", der Messe für Wäsche und Bademoden, war gestern noch die Ankündigung für die Schau im Februar zu lesen: "Wieder gestärkt, impulsgebend und mit frischem Charakter startet die Body Look in die Saison Herbst/Winter 2009/10."
Doch wie die Messe Düsseldorf gestern mitteilte, wird die Schau ausfallen, weil sich nicht genügend Aussteller angemeldet haben. Erst im Februar 2008 hatte die Messe wegen mangelnder Resonanz die neu ins Leben gerufene Messe für junge Trends, "Weare", nach der Premiere wieder eingestellt. Offenbar brechen für die Messe schwierige Zeiten an. Denn auch auf den "Igedo Fashion Fairs" Ende Juli war die Zahl der Fachbesucher gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent auf 29.700 gesunken.
Zu reduzierten "Body Look" sagt Frank Hartmann, Chef der Modemesse-Veranstalterin Igedo Company: "Die Branche möchte nur noch eine Messe im Jahr, darauf reagieren wir." Er sieht es als Chance, sich auf eine Messe im Sommer konzentrieren zu können. Für Juli 2009 hätten sich bereits viele starke Marken angemeldet, darunter Calvin Klein, Fürstenberg, Kenzo, Galliano und Lacroix.
Düsseldorfs Messe-Chef Werner Dornscheidt hat die "Body Look" zu seiner Zeit in Leipzig aufgebaut und 2006 in die Landeshauptstadt geholt. "Die Erwartungshaltungen sind sehr hoch, und wir können es uns nicht leisten, zwei Messen zu bestücken", sagt er. "Die große Industrie hat gesagt: einmal im Jahr, im Sommer – und in Düsseldorf."
Bekenntnis zum Standort
Deshalb sieht er es auch als klares Bekenntnis zum Standort, betont aber auch die schwierige Situation der Textilbranche. "Der Markt wird sich im Modebereich komplett ändern", ist sich Dornscheidt sicher. Für die Messe bedeute das Einbußen, aber auch eine neue Rolle als Kooperationspartner.
Auf Verständnis stößt die Entscheidung der Messe bei Margit Jandali, Expertin für Kommunikation und Marketing in der Modebranche und früher bei der Igedo. Die Februar-Messe stehe im Schatten des eine Woche vorher stattfindenden "Salon de la Lingerie" in Paris, der größten und renommiertesten Wäschemesse in Europa.
Angesichts sinkender Budgets besuchten Einkäufer nicht beide Veranstaltungen. Der Höhepunkt für das Interesse an Bademode sei im Sommer, der Messetermin im Juli habe daher "bessere Chancen, ein tolles, komprimiertes Angebot" zu präsentieren. Mit der Konzentration auf einen Termin ließe sich "mehr Neugierde" erzielen.
Für die "Igedo Fashion Fairs" sieht Jandali eine Chance darin, sich von der Ordermesse zur Informationsmesse zu wandeln. Dass dies gelingen könne, zeige die "Bread & Butter" in Barcelona mit 90.000 Besuchern. Dort würde nicht geordert, das geschehe dann in den Düsseldorfer Showrooms. Bedauert wird der Wegfall der "Body Look" im Februar von Stefan Asbrand-Eickhoff, Geschäftsführer von Eickhoff auf der Kö: "Jede Messe, die gestrichen wird, fehlt der Stadt."
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