Wahlkampf: Rüttgers radelt mit Elbers
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 03.07.2008Düsseldorf (RPO). Im Norden der Stadt, in Angermund, konnten die Bürger den Ministerpräsidenten gemeinsam mit dem Bürgermeister aus der Nähe erleben: Bei seiner achten Radtour durch NRW machte Rüttgers zum zweiten Mal in Düsseldorf Halt – und half damit der CDU ein wenig beim Wahlkampf.
Auf dem Radweg vor der Rochus-Kapelle in Angermund, an der Grenze von Düsseldorf nach Duisburg, sollen sie aufeinandertreffen: der erste Bürger von NRW, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), und der Erste Bürgermeister von Düsseldorf, Dirk Elbers (CDU). Beide auf dem Fahrrad, beide in Freizeitkleidung, Rüttgers aus Duisburg kommend, Elbers aus dem Zentrum Düsseldorfs.
Noch besteht das Empfangskomitee aber nur aus zwei Personen: Polizeihauptkommissar Michael Draheim, der zuständige Bezirksbeamte, und Ruth Decker, Vorsitzende des CDU-Stadtbezirks 5. „Wir haben Angermund wirklich mit der Zahnbürste gereinigt, alle Bürger haben geholfen“, sagt Decker voller Stolz und Freude. Schließlich ist es erst das zweite Mal, dass Rüttgers auf seiner sommerlichen „Heimat NRW Tour“ in Düsseldorf Halt macht.
Dirk Elbers kommt mit seinem Referenten um die Ecke geradelt und ist ohne Anzug fast nicht zu erkennen: hellblaues Polo-Hemd von Burberry, beige Hose von Brax, braune Lederslipper und eine Schirmmütze mit dem Schriftzug der Landeshauptstadt, deren OB der CDU-Spitzenkandidat nach der Wahl am 31. August werden will. „Palermo“ steht auf seinem silbernen Peugeot-Rad.
„Hier fühle ich mich wie zu Hause“, sagt der Unterbacher und blickt über die Wiesen in Richtung Schloss Heltorf. Dort residiert Maximilian Graf von Spee. Für dessen Familie verwaltet Elbers als Rentmeister die Immobilien. Ein Polizist auf einem Motorrad fährt vor, reckt Richtung Draheim den Daumen nach oben. Der Ministerpräsident ist also im Anrollen. Und zwar begleitet von einem ganzen Schwarm Radler.
Darunter auch Adolf Sauerland (CDU), Duisburgs OB, der mit Rüttgers bereits seit 11 Uhr unterwegs ist: Legoland, Innenhafen, Regattastrecke. Und das bei mehr als 30 Grad im Schatten. Wie viele Kilometer Rüttgers heute schon hinter sich hat? „Ich weiß es nicht“, sagt er. „Gestern waren es zwölf.“ Er sieht frisch aus, trotz der hohen Temperatur. Trägt hellblaues Hemd zu dunkler Hose. Sein Rad Marke Kreidler „Lyon“ ist jedoch nur geliehen – eigens für die NRW-Tour. Hände werden geschüttelt.
„Hier in der Rosenstadt scheint immer die Sonne“, sagt Decker. Dann schwingt sich die rund 50-köpfige Truppe wieder auf die Sättel. Es geht durch Straßen mit hübschen Einfamilienhäusern. „Viel Spaß“, ruft eine Frau Rüttgers zu und winkt. Elbers, der neben dem Ministerpräsidenten radelt, lächelt und hebt auch die Hand.
An der Angeraue vor dem städtischen Kindergarten stoppt der Tross. Dutzende Kinder warten auf die Polit-Prominenz. Sie schwenken selbst bemalte Fähnchen von NRW und der Landeshauptstadt. Kindergartenleiterin Babette de Fries hat mit den Mädchen und Jungs ein Lied einstudiert: „Wir Kindergartenkinder, wir sind da – hurra! Heut ist da Herr Rüttgers, er bringt uns mit Herrn Elbers ...“ Das sei der schönste Chor, den sie heute gehört hätten, loben die beiden Besungenen und mischen sich fürs Gruppenbild unter die Kinder. Und damit alle ein Lächeln auf den Lippen haben, rufen die vielstimmig „Kääääse“, „Spaghettiiii“ und, wirklich wahr, „Ameiiiisenscheiiiiße“.
Langsam setzt sich die radelnde Menschentraube wieder in Bewegung, überquert die Angermunder Straße, macht einen kurzen Abstecher zur Wasserburg und fährt Minuten später durch ein Spalier aus rot-gelben Cheerleadern auf dem Sportgelände des TV Angermund ein. Die Radfahrer wollen vor allem eins: Wasser, Apfelschorle – alles, was flüssig und kühl ist.
Dann warten schon die Herren- und Damen-Nationalmannschaften im Inline-Hockey, die ab 7. Juli an der Weltmeisteschaft in Ratingen und Düsseldorf teilnehmen. „Das Halbfinale ist unser Ziel“, erklärt Trainer Armin Lehmann Rüttgers und Elbers.
Beide tragen sich ins Goldene Buch ein: „Der alten Stadt Angermund für die Zukunft alles Gute“, schreibt Rüttgers und erzählt, dass er hier früher regelmäßig an politischen Geheimtreffen im Kloster teilgenommen habe. „Da stimmte das Klima.“ Das stimmte auch zwischen Rüttgers und Elbers, die bei Grillwürstchen gemeinsam an einem Tisch Platz nahmen. „Es wäre gut für die Stadt“, sagt der Ministerpräsident, „wenn er das Erbe von Joachim Erwin fortführen könnte.“
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