Schwiegervater im Wodkarausch erschlagen: Russlanddeutscher muss acht Jahre hinter Gitter
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 23.12.2004 - 14:48Düsseldorf (dto). Im Wodkarausch hatte ein 30-jähriger Kasache im Februar diesen Jahres seinen 51-jährigen Schwiegervater erschlagen. Wegen Körperverletzung mit Todesfolge wandert Oleg F. nun für acht Jahre hinter Gitter. Gegen seinen Mittäter Nicolai P. verhängte das Landgericht eine Haftstrafe von drei Jahren. Eine Tötungsabsicht konnten die Richter den Angeklagten nicht nachweisen genauso wenig wie eine verminderte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt.
Alkoholkonsum hatte bei der Tat vom 9. Februar diesen Jahres offenbar eine erhebliche Rolle gespielt. Es floss reichlich Wodka, als sich die beiden Angeklagten mit dem späteren Opfer Fedor F. in dessen Derendorfer Wohnung trafen. Sein Schwiegervater sei plötzlich auf seinen Freund losgegangen, hatte der Hauptangeklagte am ersten Prozesstag berichtet, dann sei er selbst von ihm mit einem Küchenmesser attackiert worden. Er habe den 51-Jährigen mit Fußtritten zurückgestoßen und auf den Boden gedrückt, um ihm das Messer zu entwenden. Schließlich schlug er ihm mit einer Flasche auf den Kopf.
Nach der Prügelei verließen die Angeklagten den Tatort, Fedor F. habe zu diesem Zeitpunkt schnarchend am Boden gelegen, berichtete der Haupttäter. „Er hatte ja ein Telefon und konnte den Notruf wählen“, so seine Rechtfertigung. Am nächsten Tag fand Oleg F. seinen Schwiegervater regungslos auf. Er war inzwischen an den Folgen einer Gehirnblutung gestorben.
Der 30-jährige Haupttäter war für die Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Nach einem heftigen Streit mit seiner Frau hatte er im Mai 2003 in Rath randaliert. Betrunken war er auf das Dach eines Mehrfamilienhauses gestiegen und hatte mit Ziegelsteinen nach Passanten und parkenden Autos geworfen. Erst der 50.000 Volt-Stromstoß der Polizei konnte den Mann vom Dach holen.
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