Kritik vom TÜV: Sanierungsfall Spielplatz
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 28.05.2008 - 08:23Düsseldorf (RPO). Spielplatz Matthias-Erzberger-Straße: Der Tüv kritisierte zerstörte Geräte, morsches Holz, scharfkantige Schrauben und wollte den Platz stilllegen. Nun repariert die Stadt. Ein großes Problem: Vandalismus und Kampfhundehalter.
Als sich Ralf Diekmann vom Tüv Rheinland umschaute, wollte er „den Spielplatz am liebsten sofort sperren“. Die Holzbalken für die Geräte waren rissig, morsch und zum Teil durchgefault. Rostige und scharfkantige Schrauben waren Gefahrenquellen für Kinder, sagt Diekmann, der beim Tüv Rheinland für die Produktsicherheit zuständig ist. RTL hatte den Tüv-Fachmann für eine Fernsehsendung auf Spielplätze begleitet und nach seinem sein Urteil gefragt. An einer Spiel-Seilwinde war der ehemals von Gummi ummantelte Sitzteller bis aufs blanke Metall zerstört: „Kampfhunde wurden hier wohl von ihren Besitzern scharf gemacht, indem sich die Tiere dort festbeißen sollten“, so der Experte.
Auch wenn Gartenamtleiter Manfred Krick am Ort, auf dem Spielplatz an der Matthias-Erzberger-Straße in Garath, eher Gelassenheit demonstrierte, handelte die Stadt schnell. „Wir erneuern den Seilbahnsitz, haben die Spielhütten repariert und sechs neue Eckschaukeln bestellt“, sagte Kricks Stellvertreter Thomas Eberhardt-Köster jetzt.
Der TV-Sender RTL hatte mit Diekmann eine Tour über NRW-Spielplätze unternommen und dabei den schlimmen Zustand des Garather Areals gefunden. Diekmann wundert sich nicht: „90 Prozent aller Spielplätze haben Mängel. Dabei ist Düsseldorf nicht schlechter als andere Städte.“ Man prüfe nach der europäischen Norm, und Düsseldorf tue bereits viel. Aber: „Fauliges Holz, Risse in Balken - wenn wir mit dem Spaten draufgehauen hätten, wäre das Spielgerüst in Garath zusammen gefallen“, sagt Diekmann. Sperren lassen kann der Tüv Spielplätze nicht, aber er kann die Städte auf Reparatur oder Sperrung drängen. Düsseldorf reagierte. Eberhardt-Köster verweist auf die Bemühungen der Stadt. Der Masterplan Spielplätze weist 1,5 Millionen Euro jährlich aus. Die Folge: 13 Spielplatz-Kolonnen à zwei bis drei Leuten kontrollieren regelmäßig die 430 Spielplätze im Stadtgebiet. „Jeder Spielplatz wird einmal wöchentlich kontrolliert“, sagt er. Diekmann begrüßt das Modell der Spielplatz-Paten, das auch in Düsseldorf noch Interessierte sucht. Nötig ist es, denn häufig werden Spielplätze mutwillig zerstört. „Das ist leider ein großes Problem“, sagt Eberhardt-Köster. Reparaturen gebe es täglich, leider auch regelmäßig Spielplatzsperrungen.
Besitzer von Kampfhunden stehen dabei im Fokus. „Wir erleben immer wieder, dass Spielplatzgeräte zum Aggressionstraining der Hunde benutzt werden“, weiß Diekmann. Die Vierbeiner verbeißen sich in Gummi oder Hölzern und zerstören so das Inventar. „Die Beschädigungen sind das eine. Aber wenn Kinder auf den Geräten spielen, mache die Hunde keinen Unterschied“, sagt Diekmann.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





