Kölner OB tritt nicht mehr an: "Schade, dass Schramma geht"
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 30.03.2009 - 07:58Düsseldorf (RPO). Zwischen Köln und Düsseldorf gibt es zwar viel augenzwinkerndes Gezänk, aber die Chefs der Rathäuser konnten gut miteinander. Daher bedauert Dirk Elbers den Rückzug des Kölner Kollegen aus der Politik.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) hat gestern mit Bedauern auf die Nachricht reagiert, dass sein Kölner Kollege Fritz Schramma (CDU) zur nächsten Kommunalwahl nicht mehr antritt. Schramma reagierte damit auf die heftige Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs, bei dem zwei junge Männer ums Leben kamen.
Elbers erklärte weiter, auch persönlich sei für ihn der Verzicht Schrammas bedauerlich. Die Zusammenarbeit zwischen Köln und Düsseldorf sei nicht zuletzt wegen Schramma sehr gut, sein Kollege mache in Köln einen guten Job. Dabei habe er es sehr schwer gehabt - vor allem, weil er im eigenen Rat keine Mehrheit hat.
Für Elbers ist der persönliche Draht von großer Bedeutung: "Wenn die Chemie zwischen zwei Personen stimmt, dann klappt die Zusammenarbeit auf jeden Fall besser."
Kooperationen, kein großer Wurf
Fritz Schramma, Kölns Chef im Rathaus – und die Landeshauptstadt: Das ist eine über die Jahre fortgeschriebene Story mit vielen Facetten.
Schramma kam im Jahr 2000 an die Macht, nach dem Tod des damaligen Kölner OB Harry Blum. Dank der Gemeindeordnung musste er sich um die nächste Wiederwahl keine Gedanken machen, denn ihm waren die "angebrochene" und die darauf folgende Legislaturperiode sicher.
Von Anfang an gab es häufige Kontakte zwischen den Chefs der beiden rheinischen Schwester-Städte Köln und Düsseldorf. Für den eher gutmütigen, zurückhaltenden Schramma (Beruf: Lateinlehrer, Hobby: das Schreiben von Büttenreden) war das nicht leicht, als sein Gegenüber Joachim Erwin hieß. Der hegte zwar durchaus Sympathien für den schnauzbärtigen Kölner, ließ aber nie einen Zweifel daran, wen er für die Nr. 1 hielt – sich natürlich.
Schramma nahm's gelassen und mit Humor. Bei einem Glas Bier – Schramma trank dann Alt, Erwin Kölsch – ging's dann wieder friedlich zu. Mit Erwins Nachfolger Elbers ist die Wellenlänge entspannter: Die beiden sind sich ähnlich und verstehen einander.
Die vielen denkbaren Kooperationen, die immer wieder angesprochen wurden wie Messe, Flughafen, Gewerbeansiedlung – sie wurden nie zum großen Wurf. Zwar präsentierte man sich auf der Tourismusmesse ITB gemeinsam, und auch bei der Immobilienmesse Mipim in Cannes standen die städtischen Stände der beiden dicht beieinander – aber die große regionale Verbundenheit wurde daraus nicht. Allerdings funktionierte einiges an organisatorischen und verwaltungstechnischen Kooperationen – wenn auch auf eher unter geordneten Ebenen.
Zuletzte arbeiteten Schramma und Elbers gemeinsam an einer Art Regionalkonferenz der Rheinschiene. Bonn, Köln, Leverkusen, Düsseldorf, vielleicht noch Duisburg und die benachbarten Kreise an einem Tisch, war das Ziel dieser Gespräche.
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