Deutsche Erstaufführung: Schauspielhaus zeigt Wilde-Stück
zuletzt aktualisiert: 03.05.2005 - 11:28Düsseldorf (dto). Das Schauspielhaus in Düsseldorf bringt die Kömodie "Ernst ist das Leben. Bunbury" von Oscar Wilde in der Übersetzung von Elfriede Jelinek zur Deutschen Erstaufführung. In der Regie von Patrick Schlösser hat dieses meistgespielte Stück des irischen Dramatikers am Freitag Premiere.
Die Literaturnobelpreisträgerin Jelinek hat das Werk über das Leben zweier Dandys in England zu einer virtuosen Groteske über Schein und Sein bearbeitet. Mit ihrem sprachlichen Erfindungsreichtum und ihrer Bösartigkeit hat Jelinek damit die Konventionen des gesellschaftlichen Umgangs "lustvoll entschleiert", wie eine Sprecherin des Schauspielhauses am Dienstag auf ddp-Anfrage erläuterte.
Anlässlich der österreichischen Erstaufführung der neuen Fassung in Wien im Februar 2005 sagte Jelinek, dass sie "Oscar Wilde liebe". Komödien spitzten gesellschaftliche Konflikte immer zu, ähnlich Kriminalromanen, die sie auch so gerne lese, fügte Jelinek hinzu. Sie seien "die Ventile, durch die der gesellschaftliche Druck zischend entweichen kann. Das interessiert mich halt besonders", sagte die Literaturnobelpreisträgerin weiter.
Der 1854 in Dublin geborene Wilde galt als vollendeter Dandy und als einer der erfolgreichsten englischen Bühnenautoren. Sein einziger Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" wurde weltberühmt. Wilde amüsierte die viktorianische Gesellschaft mit seinen geistreich-ironischen Bonmots und Aphorismen, bis er 1895 aufgrund seiner homosexuellen Neigungen zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Nach Verbüßung der Strafe ging er nach Paris ins Exil, wo er 1900 vereinsamt starb.
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