Harter Wettbewerb: Schlagabtausch um Kö-Bogen
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 22.10.2008 - 20:46Düsseldorf (RPO). CDU/FDP-Mehrheit und Opposition lieferten sich ein hartes Wortgefecht um das geplante Projekt im Herzen der Stadt. Es ging um den Wettbewerb, in dem noch die Top-Architekten Daniel Libeskind und Jürgen Mayer H. sind.
Als Stefan Mühling am Mittwoch das Rathaus verließ, war er bester Laune: „Das war eine klare Unterstützung für unsere Bewerbung”, sagte der Geschäftsführer von „Die Developer”, der mit einem Entwurf des Star-Architekten Daniel Libeskind ins Rennen gegangen ist. „Dieser Rückenwind war uns wichtig.”
Zweiter Bewerber um die EU-weite Ausschreibung ist Bouwfonds MAB Development aus Frankfurt mit dem Büro des renommierten Berliner Architekten J. Mayer H. Die Trinkaus-Bank - jahrelang favorisierter Investor - war am Freitag überraschend ausgestiegen.
1. Bauabschnitt Auf dem Jan-Wellem-Platz sollen zwei Neubauten entstehen, der Autoverkehr soll zwischen Blumenstraße, Heine-Allee und Berliner Allee durch Tunnel fließen.
2. Bauabschnitt Die Hochstraße Tausendfüßler soll abgerissen und ebenfalls tiefer gelegt werden.
Details wollte Mühling nicht verraten. Aber ein Insider wusste zu berichten, dass es sich um „zwei fantastische Entwürfe” handle, die Düsseldorf schmücken werden. Die erlaubte Baufläche sei nicht komplett ausgeschöpft worden, auch Büronutzung sei nicht zwingend. Von anderer Stelle wurde kolportiert, Trinkaus wolle sich möglicherweise später einmieten.
Der Rückenwind der schwarz-gelben Mehrheit, über den sich Mühling nach der Sitzung des Planungsausschusses freute, war währenddessen in einen verbalen Sturm ausgeartet. Der allerdings an den altbekannten Fronten entlang wirbelte. Es ging um den Satzungsbeschluss, den es zu fassen galt, nachdem der Rat dem Projekt mehrheitlich und grundsätzlich bereits vor Monaten grünes Licht gegeben hatte.
Stadt und die bürgerliche Mehrheit hätten fest auf die Trinkaus-Bank und deren Wünsche gesetzt, „doch der Schuss ist nach hinten losgegangen”, sagte SPD-Fraktionschef Günter Wurm und fügte mit Blick auf die beiden Bewerber hinzu: „Was Sie jetzt haben, ist eine Wundertüte.” Man überlasse es den „marktfreien Kräften”, statt die Möglichkeit zu nutzen, die Stadtplanung an dieser Stelle neu zu definieren. Deshalb werde man den Beschluss ablehnen.
„Das ist nicht nur gemein, sondern ein widerliches Nachhaken”, konterte der Ausschuss-Vorsitzende Alexander Fils (CDU). „Erst meckern Sie, dass Trinkaus dabei ist, jetzt meckern Sie, dass Trinkaus nicht dabei ist.” Und das, obwohl nun „zwei Weltstar-Büros beteiligt” seien, um die andere Städte betteln würden.
FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte, dass es bei einem Wettbewerb nur einen Sieger brauche und setzte nach, dass die OB-Kandidatin der SPD, Karin Kortmann, „die seit dem 1. September auf diesem Planeten nicht mehr gesehen worden ist, dort ein Puppentheater oder so einrichten wollte”. Die SPD stehe nur außen vor und klage „das ist kleinkariert, piefig, und dürfte Ihrer nicht würdig sein”.
Norbert Czerwinski (Grüne) erinnerte daran, dass Libeskind und Mayer ohne die Verpflichtung zur EU-Ausschreibung gar nicht dabei wären: „Dieser Plan das ist Trinkaus.” Seine Partei stimmte ebenfalls dagegen. CDU-Fraktionschef Friedrich Conzen zeigte sich überzeugt, „dass wir etwas Besonderes bekommen” und alle das schließlich so sehen werden. „Darauf wette ich eine Kiste Champagner.”
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