ADAC vermisst Sicherheitsstandards: Schlechte Noten für Uni-Tunnel
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 26.04.2006 - 16:45Düsseldorf (dto). Der Uni-Tunnel der Autobahn 46 zwischen Wersten und Oberbilk ist gefährlich. Nicht nur, dass sich die wenigsten Autofahrer im Bereich der beiden Tunnel an das vorgeschriebene Tempo 80 halten. Die Verkehrssituation ist außerdem sehr unübersichtlich. Dafür sorgen drei Fahrspuren und kurz aufeinander folgende Aus- und Abfahrten. Das sieht auch der ADAC so. Dessen Tester urteilen über die Doppel-Röhren: „Bedenklich.“
Zu den Siegern der Tester zählen in diesem Jahr die Röhren des Hochwald-Tunnels in Thüringen, der Aubinger Tunnel an der A99 bei München und auf dem Autobahnzubringer zum neuen Flughafen in Madrid. Ihr Markenzeichen ist die moderne Sicherheitsausrüstung: Vor jedem Tunnel kann der Verkehr je nach Lage gelenkt werden, es gibt Ampeln und variable Infotafeln und Schranken. Im Notfall ist der Tunneleingang innerhalb von Sekunden dicht.
Ganz anders der Uni-Tunnel in Düsseldorf: Der fiel mit der Note „bedenklich“ durch den Test. Hier gibt es nahezu nichts, was modernen Sicherheitsanforderungen entspricht. Der 1983 erbaute Tunnel müsste dringend renoviert und mit besserer Sicherheitsausrüstung versehen werden. Wenn Feuer ausbricht, ist dort nach Ansicht der Experten die Katastrophe programmiert.
Es gibt in Wersten keine automatische Sperrung bei einem Brand, keine gegen Lärm abgeschotteten Notruf-Telefone, keine Lautsprecher sowie Notfalllampen und Schilder, die den Fluchtweg weisen. Der Tunnel wurde vom ADAC schon deshalb in „mittleres Risiko“ eingestuft, weil ihn täglich 68.000 Fahrzeuge passieren. Davon sind zudem elf Prozent LKW, was extrem viel ist, wie eine Sprecherin des ADAC betont. Hinzu kommt, dass es im Tunnel keinerlei Einschränkungen in Sachen von Gefahrgut-Transporten gibt; er ist für alle Fahrzeuge offen.
Als positiv bewerteten die Tester, dass der Uni-Tunnel über zwei Röhren verfügt und es Verbindungsgänge gibt, durch die man sich im Notfall retten kann. Verbesserungen würden dem Land viel Geld kosten. Zum Vergleich: Nachdem der ADAC zu Beginn des Jahrtausends über erhebliche Mängel berichtet hatte, musste die Stadt 3,5 Millionen Euro in den Rheinufertunnel investieren.
Er wurde auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht. Der Stadtrat hatte im Oktober 2002 für die Verbesserung des Brandschutzkonzeptes beider Unterführungen gestimmt. Für Sofortmaßnahmen (Fluchtwege-Kennzeichnungen, Sperranlage) wurden überdies 1,6 Millionen Euro bewilligt. Die neuen Brandschutzrichtlinien schlugen mit zusätzlich 700.000 Euro zu Buche. Eingebaut wurden 20 Videokameras und 160 neue Lautsprecher, über die Autofahrer bei Gefahrenlagen informiert werden können.
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