Kritik an geplanter Straße: Schleichweg quer durch Hamm
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 22.01.2008 - 08:40Düsseldorf (RPO). Anwohner kritisieren Pläne der Verwaltung, für das neue Bürogebiet an der Völklinger Straße eine neue Straße zwischen Plock- und Fährstraße zu bauen. Der Verkehr im Dorf werde rasant zunehmen.
Das ausgetüftelte Konzept der Verkehrsplaner fand bei Hammer Bürgern kein Verständnis. „Reines Wunschdenken, das nicht der Wirklichkeit entspricht“ - so die vernichtende Kritik am Plan, vorbei am neuen Viertel für Ministerien, Landeskriminalamt, Sicherheitstrakt des OLG und weiterer Dienststellen eine Straße zu bauen, die die Plockstraße im Norden mit der Fährstraße im Süden verbindet. „Das wird ein Schleichweg, der sehr viele Autos durch die engen Straßen Hamms zur Südbrücke bringen wird“, fasste CDU-Ratsfrau Hildegard Kempkes die Kritik vieler Anwohner bei der Bürger-Information über den neuen Bebauungsplan für das Areal zwischen Plockstraße im Norden, Völklinger Straße im Westen, Fährstraße im Osten und Kapellweg im Westen zusammen.
Die Mitarbeiter der Verwaltung hielten dagegen: Die neue Route sei nötig, damit das Gelände mit Bürobauten für bis zu 4500 Mitarbeitern gut zu erreichen sei. Deshalb müsse eine Verbindung von der Plockstraße her geschaffen werden. Aber die Einmündung sei so eng gehalten, dass Autofahrer die Lust verlören, die Straße als Schleichweg zu nutzen. Eine weitere Bremse für den unerwünschten Durchfahrtverkehr: An der Stelle, an der die Fahrbahn von der Plockstraße in das Bürogelände abknicke, sei die Anbindung der Fahrbahn Richtung Fährstraße ebenfalls eng und kurvenreich und somit abschreckend.
„Da kennen Sie aber die Autofahrer schlecht“, schallte es den Planern aus dem Publikum entgegen. Schon heute gebe es einen langen Rückstau auf der Plockstraße, weil der Verkehr nicht auf die Völklinger Straße abfließen könne. „Es ist keine Seltenheit, dass man erst nach fünf Ampelwechseln abbiegen kann“, berichtete Kempkes. Wegen des Nadelöhrs Südbrücke sei das Durchkommen auf der Völklinger Straße ebenfalls schwer. „Da halten doch ein paar kleine Kurven Autofahrer nicht davon ab, die Staus zu umfahren - das ist die Realität“, so Teilnehmer der Anhörung.
Für das Dorf Hamm wäre das katastrophal, weil sich dann der Autostrom von der Fährstraße auf den engen Fahrbahnen durchs Dorf bis zu der kleinen Auffahrt am Aderkirchweg zur Südbrücke ergießen würde. Die Ruhe der Anwohner wäre dahin. „Am besten wäre es, wenn die Verbindung gekappt würde, wenn die Autos sowohl von der Plock- als auch von der Fährstraße nur in das neue Bürogelände fahren könnte“, meinte SPD-Ratsherr Peter Hansen. Das sei im übrigen auch die ursprüngliche Planung gewesen. Die Mitarbeiter des Planungsamtes versprachen, die Einwände zu prüfen und eventuell eine andere Lösung zu präsentieren.
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