Trendsport Geocaching: Schnitzeljagd mit GPS
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 30.07.2007 - 08:32Düsseldorf (RPO). Geocaching ist die Trendsportart: Mit Navigationsgeräten ausgerüstet, begeben sich immer mehr Nordic Walker auf eine hochmoderne Schatzsuche durch Wald und Wiesen. Gefahr lauert unter anderem durch „Muggles“.
RegionDüsseldorf Ein letzter Blick auf den GPS-Empfänger zeigt: Das Ziel kann nicht mehr weit entfernt sein. Carsten Dittberner blickt sich um, sondiert die Lichtung im Grafenberger Wald. Vorerst heißt es noch, sich unauffällig zu verhalten - eine Gruppe von „Muggles“ zieht vorüber. Dann fällt der Blick auf eine Bank. „Ein gängiges Versteck für einen ,Cache‘“, sagt der 37-Jährige. Und siehe da: Er zieht eine Klarsichthülle zum Vorschein, in der sich das gesuchte Objekt befindet. Und das kann alles sein: Von einem Logbuch über einen Schlüsselanhänger bis hin zu einem richtigen kleinen „Schatz“.
Carsten Dittberner ist Geocacher (sprich: Geokäscher) - und sein Hobby ist eine Art hochtechnisierte Schnitzeljagd mit Skistöcken. „Man sucht mit Hilfe von geographischen Koordinaten, die im Internet veröffentlicht werden, nach Verstecken, den so genannten Caches“, sagt der Fitnesstrainer und Ausbilder der Nordic-Walking-Union. „Wenn man am Ziel ist, nimmt man etwas heraus und legt etwas Neues herein.“ Ferner könne man im Logbuch oder im Internet einen Eintrag hinterlassen. Oder eigene Caches verstecken - Hauptsache, sie sind wasserdicht verpackt.
Die neue Trendsportart entwickelt sich seit Anfang des Jahrhunderts - und sie entwickelt sich rasant. „Es ging darum, das Nordic Walking interessanter zu machen, beziehungsweise darum, die Menschen dazu zu motivieren, sich mehr in der Natur zu bewegen“, sagt Dittberner. Und darum, neue Zielgruppen zu erschließen: Das Wandern mit Skistöcken wird zu 70Prozent von - zumeist älteren - Frauen betrieben. „Wenn man Nordic Walking mit den Aspekten einer Schatzsuche kombiniert, wird es plötzlich auch für Männer und Jugendliche weitaus interessanter.“
Mehr als 350000 Caches gibt es weltweit, etwa 30000 davon in Deutschland. „Im Stadtgebiet von Düsseldorf dürften momentan etwa 50, 60 Gegenstände versteckt sein“, sagt der Flensburger. Er schätzt, dass es bundesweit bis dato etwa 10000Geocacher gebe: „Es begeben sich auch immer mehr Familien auf die Suche.“
Neben dem bewussteren Bewegen unter freiem Himmel sei auch das Gemeinschaftsgefühl, das durch eine gemeinsame Schatzsuche entsteht, ein Aspekt, der die Faszination des Geocaching ausmache. „Man ist auf einer Mission, die ,Muggles‘ dürfen schließlich nichts mitbekommen“, sagt Dittberner. „Muggles“ sind Unbeteiligte - in Anlehnung an die nicht-magischen Menschen in den Harry-Potter-Romanen.
Zahlreiche unterschiedliche Versionen sorgen für den Abwechslungsreichtum des Geocachings. Da gibt es etwa Webcamcaches - Verstecke in der Nähe stationärer, öffentlicher Internetkameras, von denen die Schatzsucher sich fotografieren lassen, um ihren Fund zu dokumentieren. Notwendig ist dafür, unabhängig von der Walking-Ausrüstung, lediglich ein portables GPS-Gerät. „Das gibt es im Autofachgeschäft für Preise zwischen 130 und 600 Euro“, sagt Dittberner. Doch auch bei den besten Geräten ist die Positionsgenauigkeit nie auf den Meter genau: „Die Suche kann sich schwierig gestalten, auch wenn man eigentlich schon am Ziel ist.“
Während der Messe TourNatur bietet die Nordic-Walking-Union auf dem Messegelände einen Schnupperparcours an. GPS-Empfänger werden bereitgestellt.
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