Werner L. Mang: Schönheits-Chirurgie ist kein Friseurbesuch
zuletzt aktualisiert: 24.04.2010 - 12:34Düsseldorf (RPO). Er ist Deutschlands bekanntester Schönheitschirurg. Auf seine Künste verlässt sich die Prominenz. Am Samstag hat Werner L. Mang als Eröffnungsrednerdie erste Schönheitsmesse für Verbraucher, der "Lifetime Beauty", in Düsseldorf eröffnet.
Dabei geht es dem ästhetischen Chirurgen aber nicht nur darum, das Publikum von den Vorzügen seiner Disziplin zu überzeugen, sondern auch die fragwürdige Seite der Schönheitschirurgie anzusprechen. "Verlogene Schönheit" nennt er die missglückten Fälle und den Wahn, sich mit immer mehr oder immer neuen Schönheitsoperationen nicht jünger, sondern eher gespenstischer zu machen. Beispiele gibt es genug, und die findet Mang vor allem in Hollywood und in der Modewelt.
"Bei Donatella Versace, Mickey Rourke oder auch Melanie Griffith sind die Facelifts und Unterspritzungen gründlich daneben gegangen. Aber in Hollywood war es anfangs so, dass man durchaus erkennen sollte, dass etwas gemacht war. Ich hingegen plädiere schon seit 20 Jahren dafür, dass Schönheitschirurgie nicht direkt sichtbar sein sollte." Für gelungen hält der Schönheitschirurg demzufolge die Liftings und Eingriffe bei Schaupielern wie Michael Douglas oder Demi Moore und auch beim italienischen Staatspräsidenten Silvio Berlusconi.
Und denen, die im Gesicht ein bisschen zu üppig ausgestattet worden sind, rät er: "Man kann heutzutage Lippenaufspritzungen auch wieder rückgängig machen." Sowohl Quantität als auch Qualität der Schönheitschirurgie haben sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant verändert. "Das ist ein Riesenmarkt geworden", sagt Mang und warnt zugleich davor: "Wir müssen wachsam bleiben: Schönheitschirurgie ist kein Friseurbesuch. Es gibt natürlich viele Patienten, die unzufrieden sind. Da muss der Schönheitschirurg nicht nur Mediziner sondern vor allem auch Psychologe sein."
Mang lehnt beispielsweise Brustvergrößerungen über 450 Gramm ab. Fremdmaterial wie flüssiges Silikon zur Lippenvergrößerung oder Sixpack-Implantate sind für ihn tabu. Minderjährige haben bei ihm auch nichts zu suchen: "Hände weg von Teenie-Operationen", ist sein Plädoyer. "Wichtig ist mir, klarzumachen, dass zur echten Schönheit auch soziale Kompetenz gehört. Man wird kein Star, bloß weil man zum Schönheitschirurgen geht." Harte Worte, doch für den Experten sind sie die logische Konsequenz aus den vergangenen Jahren. Heute zählt für ihn: Schönheitswahn nein, "psychologische Chirurgie" ja. "Es ist nichts dagegen einzuwenden, Reiterhosen, Höckernasen, ein fliehendes Kinn oder abstehende Ohren zu beheben." Auch gegen die Nachfrage von Patienten, die sich im fortgeschrittenen Alter zu Schönheitskorrekturen wie Schlupflider-Straffung oder Haartransplantationen entschließen, hat er nichts. "Ich nenne das Wohlfühl-Chirurgie." Seine älteste Patientin war übrigens 84.
Die Vebrauchermesse "Lifetime Beauty" im Interconti an der Kö ist Samstag und Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. 40 Aussteller zeigen dort ihre Angebote zu Schönheitschirurgie, Kosmetik, Wellness und Wohlbefinden. Auch Live-Anwendungen und Präsentationen sind geplant. Der Eintritt kostet sieben Euro.
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