Amnestie noch bis zum Jahreswechsel: Schon 1600 Waffen abgegeben
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009 - 07:54Düsseldorf (RPO). Noch bis morgen können Bürger freiwillig und straffrei illegale Waffen zur Polizeiwache bringen. Dann läuft die so genannte Waffen-Amnestie aus. In Düsseldorf trennten sich viele Besitzer von Pistolen, Messern oder Schwertern.
1600 Waffen sind in diesem Jahr bei der Düsseldorfer Polizei abgegeben worden. Das sind wesentlich mehr als im Vorjahr. 2008 zählten die Beamten 950 eingereichte Waffen. Viele Bürger machen Gebrauch von der Amnestie-Regel, nach der die Abgabe von illegalen Waffen bis Ende des Jahres keine strafrechtlichen Folgen hat. Noch bis Silvester können Bürger ihre Waffen und Munition bei den örtlichen Polizeiwachen abgeben.
Ein kleiner Teil der Waffen, die in der Waffenkammer des Polizeipräsidiums lagern, sind bei Straftaten oder bei der Gefahrenabwehr beschlagnahmt worden. Das heißt, wenn zum Beispiel jemand in der Öffentlichkeit mit einem Schwert über die Straße geht, konfiszieren die Beamten die gefährliche Waffe. Der überwiegende Teil der asservierten Waffen wurde jedoch freiwillig abgeliefert, sagt Polizeisprecherin Susanna Heusgen. Ein Großteil seien Erbstücke oder Funde, die Düsseldorfer auf dem Dachboden oder im Keller gemacht haben.
Waffen werden eingeschmolzen
Die abgegebenen Waffen reichen von Schwertern über Faustmesser und Schusswaffen, wie Gewehre, Vorderlader oder Miniaturpistolen, über Wurfsterne und Armbruste, bis zu Stiletten und Klappmessern. Einige der Waffen stammten aus dem Ersten Weltkrieg, so Heusgen, andere seien selbst konstruiert oder geschmiedet worden.
Sechsmal ist die kleine Waffenkammer der Düsseldorfer Polizei in diesem Jahr schon geleert worden. Die bei den Kreispolizeibehörden abgegebenen Waffen werden zur Landeswaffenverwertung nach Wuppertal, einer Außenstelle des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste Nordrhein-Westfalen (LZPD), gebracht. Dort werden sie kontrolliert und unbrauchbar gemacht, der Stahl wird zerschnitten. Die einzelnen Teile werden bei Thyssen-Krupp in Duisburg in einem Hochofen eingeschmolzen. In der Sammelstelle wird auch geprüft, ob einzelne Waffen für die Sammlung des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen geeignet sind.
Die Sonderregelung war zum 1. August eingeführt worden, um möglichst viele Besitzer nicht registrierter Waffen zu ermutigen, diese auf der Behörde einzureichen. Heusgen sagt: "Viele haben sich freiwillig von ihren Waffen getrennt, wir sind froh über jede Waffe, die bei uns abgegeben wird." Besonders viele Waffen seien nach dem Amoklauf von Winnenden zur Wache gebracht worden. " Nach der Amoktat haben viele Besitzer gesagt: ,Ich will so etwas nicht im Haus haben' und ihre Erbstücke lieber abgegeben." Neben Schießinstrumenten sei auch sehr viel Munition dabei gewesen. "Es ist natürlich nicht klar, ob wir damit die bösen Buben erreichen, aber jeder, der sich entscheidet, seine Waffe abzugeben, ist ein Erfolg." Viele Besitzer scheuten zudem die hohen Kosten für die richtige Sicherung – sprich Waffenschränke – und den Umbau des Schießgeräts.
In Düsseldorf gibt es aktuell knapp 27 000 registrierte Waffen. 6000 Bürger sind berechtigt, eine Waffe zu haben, ein Teil davon hat die Befugnis, sie auch zu führen, so die Polizeisprecherin.
Allein im Dezember wurden 250 Waffen abgegeben. Bis 24 Uhr am Silvesterabend können Waffenbesitzer Gebrauch von der Amnestie-Regel machen. Heusgen empfiehlt jedem, diese Chance zu nutzen. Waffen und Munition müssen getrennt voneinander abgegeben werden. Wer diese Frist verstreichen lässt und zuhause trotzdem noch unerlaubte Waffen hat, muss ab dem 1. Januar mit Geld- und sogar Freiheitsstrafen rechnen.
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