Seit Sommer: Schon mitten im Weihnachtsgeschäft
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 24.09.2009 - 09:40Düsseldorf (RPO). Während in den Geschäften die ersten Lebkuchen ausliegen, hat die Weihnachtssaison in einige Branchen längst begonnen. Schon seit Mitte des Sommers produziert ein Unternehmen in Pempelfort Weihnachtspräsente. Auch bei den Glasern, Korbmachern und Bäckern weihnachtet es.
Weihnachsstimmung herrscht unter den Mitarbeitern der Firma Schokologo aus Pempelfort zwar noch nicht, Bestellungen für das Fest werden aber schon entgegen genommen. "Für uns fängt die Saison im Juli an", sagt Inhaber Yariv Volovelsky. Das Unternehmen stellt Firmenpräsente her, die vor allem in der kalten Jahreszeit beliebt sind: Schokoladentäfelchen, auf die die Logos, Bilder oder Schriften gedruckt werden. Die Tafeln werden von Firmen an ihre Kunden verteilt oder begleiten als Grußkarte größere Geschenke.
Volovelsky ist nicht der einzige Unternehmer, bei dem Weihnachsstimmung schon im Sommer aufkommt. Bei der Handwerkskammer ist das Phänomen bekannt. "Es gibt verschiedene Handwerksbranchen, bei denen es jetzt schon weihnachtet", sagt HWK-Sprecher Alexander Konrad. So produzieren die Bäcker- und Konditorbetriebe teilweise schon seit März Leckeres für den Weihnachtsteller. Auch die Glaser, deren Produkte auf Weihnachts- und Kunsthandwerksmärkten präsentiert werden, haben einen langen Vorlauf für das Fest. Wer zu Weihnachten Schmuck aus Gold oder Silber verschenkt, kann sich jetzt orientieren. Denn die Gold- und Silberschmiede stecken mitten in der Produktion. Ähnlich ist es bei den Korbmachern.
Schon als Volovelsky mit Schokologo im Sommer 2003 begann, hatte der Unternehmer die Weihnachtszeit im Blick. "Unser stärkstes Quartal sind die letzten drei Monate des Jahres", sagt Volovelsky. Dabei stieß er in der ersten Saison auf ein unerwartetes Problem: "Bei unserer ersten Akquise-Aktion, bei der wir das Produkt an mögliche Käufer verschickt haben, hatten wir eine Außentemperatur von fast 40 Grad. Die Schokoladentafeln kamen geschmolzen bei den Adressaten an."
Trotzdem zeichnete sich schnell ein Erfolg ab. Mittlerweile macht das Unternehmen einen Umsatz von rund einer Million Euro im Jahr. Schwierig war die Saison 2008. "Bis die Krise im Herbst spürbar wurde, hatten wir gegenüber dem Vorjahr 50 Prozent mehr Bestellungen", erzählt Volovelsky. Doch die ersten Einsparungen vieler Unternehmen betrafen die Präsente. "Normalerweise brauchen wir im Oktober zusätzliche Kräfte, um Bestellungen aufzunehmen, 2008 war es sehr ruhig." Die Firma reagierte schnell: "Wir haben günstigere Präsente hergestellt, um unseren Kunden entgegen zu kommen."
Mittlerweile wird die Schokolade in alle möglichen Formen gepresst, außerdem gehören kleine und große Pralinen- und Geschenkpackungen zum Sortiment. Für neue Ideen zuständig ist Hanna Stoff. Denn das Geschäft lebt vom Wandel. Volovelsky: "Wir müssen jedes Jahr etwas Neues anbieten, denn keine Firma möchte ihren Kunden zweimal hintereinander das selbe schenken."
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