Berufskolleg Bachstraße: Schüler sind fit für Europa
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 08.05.2009 - 07:43Düsseldorf (RPO). Die EU wird am Berufskolleg Bachstraße mit Fremdsprachen und Auslandspraktika gelebt. Im Rahmen eines Projekttages zeigte Karl Hans Arnold, Geschäftsführer der RP, wie wichtig der Blick über Landesgrenzen ist.
Auslandsaufenthalt, bilingualer Unterricht, Zertifizierungs-Diplom für Französisch – nur etwas für Gymnasiasten? Keinesfalls, findet Barbara Herlinger. Als Leiterin des Berufskollegs an der Bachstraße setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass auch ihren Schülern die Welt offen steht und Europa für sie mehr ist als ein abstrakter Begriff. Das Erlernen von Fremdsprachen gehört zum Programm, es gibt bilingualen Unterricht, und in Kooperation mit dem Institut Français können Schüler erstmals das französische Delf-Zertifikat erwerben.
"Europakompetenz ist aber mehr als Fremdsprachen", sagt Herlinger. So sollen Studienreisen nach Brüssel bald Pflicht im Gesellschaftsunterricht werden. Zum Angebot gehören außerdem Diskussionrunden mit Spitzenpolitikern und Auslandspraktika von drei bis zwölf Wochen. Und alljährlich auch ein Projekttag anlässlich des Europatags.
In diesem Rahmen war gestern Karl Hans Arnold, geschäftsführender Gesellschafter der Mediengruppe Rheinische Post und ständiger Vertreter des Präsidenten der Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer, als Gastredner geladen. Er ermunterte die 140 Schüler in der Aula des Berufskollegs, für Praktika oder Jobangebote den Schritt über die Grenzen zu wagen: "Trauen Sie sich ins Ausland, nehmen Sie jede Chance wahr!"
Welche Rolle das Ausland spielt, machte Arnold sowohl an seiner eigenen Biografie als auch am Engagement der RP-Mediengruppe deutlich. Er selbst hatte nach seinem Betriebswirtschafts-Studium elf Jahre lang in Paris für eine Auslandstochter des Verlags Gruner & Jahr gearbeitet, unter anderem als Verlagsleiter für den Bereich "International" mit Zeitschriftenverlagen in England, Spanien, Italien, Polen und den USA. Auch die RP-Mediengruppe sei zunehmend international tätig, so Arnold, beschäftige inzwischen 2300 Mitarbeiter im Ausland und 1500 in Deutschland, besitze in Tschechien, der Slowakei, in Polen und den Niederlanden Tageszeitungen, Gratiszeitungen, Anzeigenblätter und Online-Portale. Hinzu kämen Beteiligungen an Rundfunk- und Fernsehsendern.
"Mehr als 40 Prozent unseres Umsatzes erwirtschaften wir inzwischen international, Tendenz steigend", sagte Arnold. Die früheren Ostblock-Staaten solle man dabei nicht unterschätzen. "Diese Länder sind professionell, engagiert und pragmatisch." Sie folgten gesellschaftlichen Trends genau so schnell wie Westeuropa.
Um im Ausland erfolgreich zu sein, benötige man neben Fach- und Sprachkenntnissen auch soziale Kompetenzen, Neugierde und Bescheidenheit. "Gemeinsam um Lösungen zu ringen, ist inspirierend und beruflich bereichernd", betonte Arnold. Erst die Individualität der Länder mache Europa aus. "Multinational trifft es besser als international."
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