Größte internationale Schuhmesse in Düsseldorf: Schuh-Trends für den nächsten Winter
VON KATJA KÖLLEN - zuletzt aktualisiert: 14.03.2009 - 11:24Das Paradies für Menschen mit einem Schuhtick öffnete am Freitagmorgen auf dem Messegelände Düsseldorf seine Türen. Stiefel, Sandalen, Pumps und vieles mehr finden sich in allerlei Farben, Formen und Materialien. Die beiden Veranstaltungen "Global Shoes" und "GDS – International Event vor Shoes & Accessories" laden Fachleute aus der Schuh-Branche vom 13. bis 15. März zu der gemeinsamen Messe ein, um neue Trends zu sichten und vielleicht sogar ihre Einkäufe für die kommende Saison zu erledigen.
"Stiefel, Stiefel, Stiefel" könnte das Motto der Düsseldorfer Schuhmesse für die Saison Herbst/Winter 2009/2010 sein, denn auch Ende diesen Jahres werden sie wieder in den verschiedensten Farben auf Deutschlands Straßen zu sehen sein. Die schwarzen Stiefel wird man natürlich ganz klassisch überall finden, aber ebenso finden sich alle möglichen Brauntöne. Die Chefredakteurin der führenden deutschen Schuhzeitschrift "Shoez", Nadine L'Allemand, sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass vor allem auch mittlere und helle Brauntöne in der kommenden Saison eine wichtige Rolle spielen. Stiefel mit Velours-Leder, oft als "Wildleder" bezeichnet, werden laut L'Allemand auch in vielen Schuhschränken zu finden sein. "Außerdem werden Stiefel in Farben wie violett, tannengrün und dunkle Rottöne gerne getragen", so die Schuhexpertin.
Zwei besondere Trends in diesem Jahr sind die Fransenoptik, die sich an Stiefeletten genauso findet, wie bei den Mokkasins und Sandalen und der "Used-Look". Schon eine ganze Weile von Jeans bekannt, die ausgefärbt oder mit Rissen gekauft werden können, breitet sich dieser Trend jetzt auch in der Schuhmode aus. Zwar hat die Schuhe keine Löcher, aber zum Beispiel an der Spitze ist zu erkennen, dass der Schuh bereits "abgenutzt" ist oder durch leichte Aufrauung oder Färbung zumindest so aussieht.
Eher natürlich als farbenfroh
Auch der Anspruch auf ein recht natürliches und bodenständiges Aussehen, scheint viele Schuhdesigner inspiriert zu haben. Leder, Felle, Pelze und Strickmuster finden sich – vor allem bei den Stiefeln – immer wieder auf der Düsseldorfer Messe. Diese Schuhe, oft gerade in hellen, angenehm warmen Brauntönen, scheinen besonders auf Gemütlichkeit, Ruhe, Freundlichkeit und Wärme zu setzen.
Auf knallbunte Farben muss der farbenfrohe Schuhfanatiker aber auch im nächsten Winter nicht verzichten. Knallige Farben sind zwar seltener, aber man kann trotzdem voll auf seine Kosten kommen, was farbiges Schuhwerk angeht. Vor allem Turnschuhe und (Gummi-)Stiefel sind teilweise bunt und gemustert. Auch Mokkasins und Sandalen finden sich unter den farbenfrohen Exemplaren. Richtige Lederstiefel sind hier allerdings eher die Ausnahme.
Weniger ist bei deutschen Frauen nicht mehr
Nadine L'Allemand sieht keine außergewöhnlichen Trends in diesem Jahr. Nur eines überrascht sie ein wenig: "Bisher war es lange Zeit so, dass die Italienerinnen als Einzige immer auf den Anspruch beharrten, grundsätzlich Schuhe mit hohem Absatz zu tragen. Die Entwicklung scheint aber dahin zu gehen, dass auch immer mehr deutsche Frauen sehr hohe Absätze tragen." Bisher seien die Damen in der Bundesrepublik da, nach Aussage der Modejournalistin, eher zurückhaltend gewesen.
Welche Frau sich allerdings Sorgen macht, sie könne modisch durchfallen, weil sie auf Grund ihrer Größe oder ihrer Balance keine hohen Schuhe tragen möchte, wird von L'Allemand beruhigt: "Das heißt aber nicht, dass hohe Absätze ein großer Trend dieses Mal werden. Es gibt ebenso viele Schuhe und vor allem Stiefel mit sehr wenig Absatz."
Auch berühmte Models wie der Schwede Marcus Schenkenberg, das britische Top-Model Lily Cole und „Germany's Next Topmodel 2006“ Lena Gerke zeigten sich am Freitag auf der Messe und verliehen dieser damit noch einen gewissen Glamour.
Die Schuhmesse in Düsseldorf - das Event der Schuhbranche
Mit insgesamt 1110 Ausstellern aus 38 Ländern ist die Düsseldorfer Messe die größte Schuhmesse der Welt. Neben den bekannten Schuhmarken aus Deutschland, Italien und den USA sind dabei auch Länder wie Israel, Ungarn und Neuseeland vertreten.
Einzig die Mailänder Schuhmesse kann sich noch mit der gemeinsamen Messe von "Global Shoes" und "GDS" vergleichen. "Shoez"-Chefredakteurin Nadine L'Allemand hält diese Düsseldorfer Messe jedoch für die international bedeutendste in der Branche: "Hier zeigen sich alle international ganz Großen und etwas vergleichbares wäre höchstens in Mailand zu finden. Das hier ist aber eigentlich die Messe für Schuhe."
"Diese Messe ist neben Weihnachten und dem Geburtstag meiner Kinder der wichtigste Termin im Jahr", sagt eine Niederländerin lachend. Sie hat mehrere Schuhgeschäfte in und um Amsterdam und kauft jedes Jahr auf der "Global Shoes" und "GDS", das ein, was das Jahr über in ihren Läden stehen wird.
Trotz der Wirtschaftskrise hat die Schuh-Branche noch Hoffnung. Zwar zeigt sich auch bei der "GDS" ein Aussteller-Rückgang im Vergleich zur Vorveranstaltung von drei Prozent. Trotzdem wird die Düsseldorfer Schuhmesse weiterhin als positives Signal verwendet. "Das Jahr 2009 wird für viele in unserer Branche nicht leicht werden. Viele sind in eine Starre verfallen", erklärte Ralph Rieker, Vorsitzender des Bundesverbandes der Schuhindustrie (HDS). "Wir brauchen heute Ideen und neue Konzepte. Messen sind hier der perfekte Ort, an dem sich Industrie und Handel austauschen, wo man neuen Mut fassen und wo neue Impulse gesetzt werden können. Vielleicht haben wir die Messe noch nie mehr gebraucht als heute."
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