Schutz vor Glasscherben: Schuhe für die Polizei-Hunde
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 15.02.2008 - 08:33Düsseldorf (RPO). Bei der Hunde-Staffel der Düsseldorfer Polizei läuft derzeit ein ungewöhnliches Training: Die 20 Tiere werden an Schuhe gewöhnt, die sie künftig bei Einsätzen in der Altstadt tragen sollen. Als Schutz vor Glasscherben.
Polizeihund Eddy ist zwei Jahre alt, somit ausgewachsen. Der 35 Kilo schwere Mecheler-Rüde (belgischer Schäferhund) springt scheinbar mühelos in großen Sätzen über den Vorplatz des Hundestaffel-Hauptquartiers in Büderich. Nur schwer kann sein Chef, Polizeikommissar Ben Funken (34), das quirlige Kraftpaket bändigen, denn der Hund ist sehr verspielt und genießt es, sich austoben zu dürfen. Ein Hund und sein Herrchen - ein ganz normales Bild.
Wären da nicht diese Schuhe an den Pfoten - das Tier ist nicht bar-pfotig, sondern trägt Überzieher aus dickem, blau-weißen Kunststoff. Unten drunter haben sie eine Sohle aus dicken, runden Noppen, wie bei den Stopper-Socken, die man Kindern anzieht, wenn sie gerade das Laufen gelernt haben.
Die Hundestaffel
Zur Hundestaffel gehören 20 Tiere - belgische und deutsche Schäferhunde. In drei Schichten sind die Streifen - je zwei Beamte und zwei Hunde - rund um die Uhr im Einsatz. Bei Veranstaltungen wie Fußballspielen haben die Tiere eine ausgesprochen „beruhigende“ Wirkung auf aggressive Fan-Gruppen. Allein schon der Anblick der kräftigen und aufs Wort gehorchenden Tiere lässt Rabauken friedlich werden. Das Team Mensch-Hund bleibt stets ein Hundeleben lang zusammen, die Tiere wohnen fast immer bei den Beamten daheim.
Für Eddy ist es sichtlich ungewohnt, in diesen Dingern laufen zu müssen. Unsicher staksend bewegt er noch manchmal die Beine, weiß nicht so recht, was er mit diesen, ihm fremden Überziehern anfangen soll. Aber anstandslos hat er still gehalten, sich hingelegt und die Beine in die Luft gestreckt, als Ben Funken sie ihm anzog.
In einer paar Tagen wird er sich daran gewöhnt haben. Und daran gewöhnt haben müssen. Denn bei bestimmten Einsätzen in der Altstadt werden Polizei-Hunde künftig Schuhe tragen. Nicht als Gag, und auch nicht, weil man das besonders schön findet - sondern aus Sicherheitsgründen. Die Gefahr, dass die Tiere sich an Glasscherben verletzten, ist größer geworden. Vor allem, seitdem immer mehr Besucher der Altstadt sich selbst mit Getränken versorgen und Schnaps, Bier oder andere Getränke in Flaschen kaufen, diese Flaschen mitnehmen und wegwerfen, wenn sie leer sind.
Zurück bleiben - Scherben.
Das ist vor allem schlimm an den Tagen des Straßenkarnevals, in der Silvesternacht oder bei anderen Großveranstaltungen, bei denen sich viele Menschen in der Altstadt aufhalten. Bisher ist es nicht gelungen, dieses Scherben-Problem in den Griff zu bekommen.
Das ist vor allem schlimm an den Tagen des Straßenkarnevals, in der Silvesternacht oder bei anderen Großveranstaltungen, bei denen sich viele Menschen in der Altstadt aufhalten. Bisher ist es nicht gelungen, dieses Scherben-Problem in den Griff zu bekommen.
Der Leiter der Hundestaffel, Polizeihauptkommissar Ralf Faustmann, hat daher gemeinsam mit seinen Kollegen schon vor einiger Zeit begonnen, nach einer wirksamen Hilfe für die vierbeinigen Kollegen zu suchen. Nun haben sie gefunden, was sie suchten: Ein Hersteller, der ansonsten Schlittenhunde für den Lauf auf Eis und schartigem Schnee ausrüstet, konnte auch für die Polizei-Einsatzhunde das richtige Schuhwerk liefern. Acht Garnituren mit je vier Schühchen wurden bestellt und sind inzwischen da. Es gibt sie in verschiedenen Größen zwischen XS und XXL, jede Garnitur kostet 60 Euro.
Faustmann: „Derzeit konditionieren wir die Hunde auf diese Schuhe, sie müssen sich daran gewöhnen.“ In spätestens einer Woche, so der Experte, sind die Tiere mit der für sie gänzlich ungewohnten Fußbekleidung vertraut. Dann müssen sich nur noch die Leute daran gewöhnen - an Polizei-Hunde, die Schuhe tragen.
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