Anmeldezahlen für Gymnasien: „Schul-Ablehnungen führen zu Ärger”
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 - 16:06Humboldt-Gymnasium, Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium, Comenius-Gymnasium und Marie-Curie-Gymnasium: Das sind die Schulen mit den höchsten Anmeldezahlen neben den konfessionellen Gymnasien in kirchlicher Trägerschaft.
Deutlich zugelegt hat auch das Schloß-Gymnasium in Benrath (von 71 in 2009 auf 108 in diesem Jahr). Die Zahlen bedeuten aber nicht, dass alle angemeldeten Kinder auch einen Platz an ihrer Wunsch-Schule bekommen: Dafür reichen die Kapazitäten dort nicht.
Während einige Schulen ablehnen müssen, haben andere freie Plätze. In diesem Jahr gehören das Cecilien-Gymnasium dazu (90, kann 115 aufnehmen), das Gymnasium Gerresheim (94, kann 120 aufnehmen), das Geschwister-Scholl (108, kann 130), das Gymnasium Koblenzer Straße (103, kann 120), sowie das Luisen-Gymnasium (61, kann 93). Das Lessing-Gymnasium als NRW-Sportschule hat mit 79 Anmeldungen zwar 20 weniger als im Vorjahr, läuft aber nahezu voll: Seit zwei Jahren werden in Jahrgang 5 nur noch Sportklassen gebildet.
Die unterschiedlich hohen Anmeldezahlen bedeuten, dass es eine Konferenz geben muss. In ihr sitzen die Schulleiter und die Schulverwaltung; sie verteilen die „überschüssigen” Schüler der einen Seite auf die weniger volle der anderen Seite. „Die Schul-Ablehnungen führen immer zu Ärger”, sagt Wolfgang Scheffler, Vorsitzender des Schulausschusses. „Die abgelehnten Eltern fühlen sich verhohnepipelt.”
Ein Vater, dessen Sohn an der Wunschschule abgelehnt wurde, bestätigt das: „Die freie Schulwahl existiert nur auf dem Papier.” Wie andere Eltern auch, moniert der Vater ein undurchsichtiges Verfahren: „Ein transparentes Losverfahren würde vielen Eltern den Unmut nehmen.” Das sieht auch Wolfgang Scheffler so, der die Schulleiter schon mehrfach aufgefordert hat, ihr Verfahren transparent zu machen in deren eigenem Interesse, wie er sagt.
Er könne auch nicht verstehen, warum bei so vielen potenziellen Gymnasiasten mehr Kinder mit einer eingeschränkten Empfehlung genommen worden seien, als je zuvor: „Nach meiner Kenntnis haben 40 Prozent der angenommenen Schüler eine eingeschränkte Gymnasial-Empfehlung. Ihnen erginge es in einer anderen Schulform wohl besser.”
Claudia Haupt, Leiterin des Suitbertus-Gymnasiums, das mit 215 Anmeldungen die Liste der beliebten Gymnasien anführt, gehört zu denen, die die meisten Ablehnungen formulieren mussten. „Wir haben uns beeilt und den Eltern so früh Bescheid gegeben, dass sie ihr Kind noch anderswo anmelden konnten”, erklärt Haupt. „Natürlich ist das auch für uns sehr schwer."
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