Anlaufstelle in Benrath: Schweinegrippe-Zentrum bereit
VON JENNIFER TÖPPERWEIN UND STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009 - 18:07Düsseldorf (RPO). Viel steht dem "Abstrich-Zentrum" angeblich nicht mehr im Weg. Das alte Benrather Krankenhaus ist bereits als zentrale Anlaufstelle für Schweinegrippe-Verdachtsfälle umgebaut. Laut der Stadt stehen bereits hinreichend Ärzte zur Verfügung. Nur die Frage, wer zahlt, ist noch nicht geklärt.
"Die Stadt hat die Vorarbeit geleistet", teilt die Pressestelle der Stadt im Auftrag des Gesundheitsamtes mit, "jetzt liegt es an der Kassenärztlichen Vereinigung." Sie müsse klären, wer die Schweinegrippe-Tests zahlt.
Bislang zahlt das Gesundheitsamt, wenn im ehemaligen Benrather Krankenhaus getestet wird. Wenn klar sei, dass die Krankenkassen zahlen, könne ein durchgehender Betrieb losgehen, so der Sprecher. Die Stadt drängt, weil sie die Uniklinik entlasten will, die zurzeit täglich rund 150 Verdachtsfälle in der Uniklinik überprüft. Gegen Ende der Sommerferien könnte sich die Zahl auf 500 erhöhen. Vor allem Spanien-Urlauber könnten sich mit der neuen Grippe infiziert haben und die Zahl der erkrankten Düsseldorfer (momentan 225) nach oben treiben.
Zuletzt hatte das Gesundheitsamt über die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) niederlassene Ärzte um ihre Hilfe gebeten. Tendenziell sei die Skepsis groß, sagt der Allgemeinmediziner Ralph Eisenstein als Vorsitzender der KV-Kreisstelle Düsseldorf. Viele Fragen müssten noch beantwortet werden. Etwa, ob das Zentrum im Schichtbetrieb arbeiten soll. Denn kein Arzt könne es sich leisten, seine Praxis zwischenzeitig zu schließen. Zudem müsse es eine Sonderregelung für die Medikamenten-Budgets geben. "Im Idealfall sollten die Ärzte auch finanziell anders vergütet werden", fordert Eisenstein.
In Benrath an der Hospitalstraße könnten künftig alle Verdachtsfälle optimal behandelt werden – ohne, dass es eine Ansteckungsgefahr für Nichtinfizierte gibt. Auch Reisebusse sollten das Zentrum anfahren - und das ab sofort.
"Aber nur, wenn es darin begründete Verdachtsfälle gibt", lenkt ein Sprecher der Stadt ein und erklärt weiter: "Die Busunternehmen müssen jedoch vorher das Gesundheitsamt anrufen." Denn bisher sind Ärzte nur auf Abruf für Testaktionen wie mit den japanischen Kindern vor Ort.
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