Streit mit Krankenkassen: Schwere Vorwürfe gegen Uniklinik Düsseldorf
VON STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 21.08.2009 - 07:28Düsseldorf (RPO). Wilfried Jacobs, Chef der größten Krankenkasse in NRW, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Uniklinik Düsseldorf. "Wenn dort so oft die Verwaltungsspitze ausgetauscht wird, muss sich der Aufsichtsrat fragen lassen, ob er personalpolitisch richtig entscheidet", sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg.
Er verhandelt jedes Jahr mit den übrigen Kassen und der Klinik um deren Budget in Höhe von rund 200 Millionen Euro. "Da ärgert es mich natürlich, wenn jedes Mal ein anderer Kaufmännischer Direktor am Tisch sitzt", sagt Jacobs.
Hintergrund des Ärgers ist die Trennung der Klinik von Finanzchefin Ines Manegold in dieser Woche. Die 42-Jährige war die zehnte Kaufmännische Direktorin an der Moorenstraße innerhalb von 13Jahren. Auch sie hielt es nur 18 Monate auf ihrem Stuhl.
Jacobs: "Ein so häufiger Wechsel ist untypisch. Die Klinik beschäftigt sich zu sehr mit sich selbst und läuft Gefahr, den Anschluss an neue Strukturen im Medizinbetrieb zu verlieren." Sie müsse sogar aufpassen, dass sie sich nicht bei einer durchaus denkbaren Neuordnung der Universitätsklinikszene in NRW ins Abseits stelle, sagt Jacobs.
Das sieht Wolfgang Raab als Ärztlicher Direktor und Vorstandschef anders: "Die Basismannschaft bleibt gleich, und in den meisten Leistungsparametern befinden wir uns unter den besten zehn." Deshalb seien Bedenken gegen das Unternehmen unbegründet. Der häufige Wechsel sei allerdings für externe Verhandlungen ein Problem.
Raab schweigt weiterhin über die Hintergründe der Trennung von Manegold. Peter Zschernak, ihr Vorgänger im Amt, bezeichnet die Klinik als "sehr schwieriges Haus". Bei einer Vielzahl "eigengeprägter Exzellenzen" an der Universitätsklinik sei es problematisch, einen solchen Stab unter wirtschaftlichen Aspekten zu führen.
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