Wehrhahn-Linie: Schweres Gerät am Luxushotel
VON ANDREAS PANKRATZ - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 08:38Düsseldorf (RPO). An die Baustelle zur Wehrhahn-Linie haben sich die meisten Düsseldorfer inzwischen gewöhnt. Die tonnenschweren Bagger und gigantischen Kräne am Kaufhof dürften derzeit aber kaum einem Passanten entgehen.
Von seinem Büro an der Heinrich-Heine-Allee hat Gerd Wittkötter einen hervorragenden Blick auf die Baustelle. Hätte der Projektleiter der Wehrhahn-Linie nicht schon genug mit dem zu tun, was auf seinem Schreibtisch liegt, würde er jederzeit sehen können, wie sich sein Bauprojekt derzeit entwickelt. Und wie etwa 50 Meter hohe Kräne mit riesigen Stahlträgern hantieren und buchstäblich das Fundament für den künftigen U-Bahnhof unterhalb des Kaufhofs legen.
Doch die Faszination des Bauingenieurs für das schwere Gerät hält sich nach all den Jahren auf unzähligen Baustellen inzwischen in Grenzen. Ganz im Gegensatz zu den Passanten. "Ich wundere mich manchmal über die staunenden Leute, wenn sie an der Baustelle vorbei gehen", sagt Wittkötter.
Auch wenn sich Wittkötter und mit ihm viele Düsseldorfer inzwischen an die Baustellen in ihrer Stadt gewöhnt haben – das, was gerade zwischen dem Kaufhof und dem Luxushotel Breidenbacher passiert, ist ein wichtiger Abschnitt beim Bau der Wehrhahn-Linie – denn es geht tief ins Erdreich.
Ein so genannter Schlitzwandbagger, etwa 80 bis 100 Tonnen schwer, hält einen Schlitzwandgreifer, der sich bis in eine Tiefe von etwa 40 Metern hineinbohrt. Auf dem Weg dahin muss der Greifer einige unterschiedliche Erdschichten durchqueren, die die Bohrung zu einem wenig erfolgversprechenden Unterfangen machen würden – wenn die Bauingenieure nicht einen so einfachen wie effektiven Trick anwenden würden. Sie lassen mit dem Bagger Unmengen eines Gemisches aus Wasser und Tonsedimenten einfließen. Eine so genannte Suspensions-Flüssigkeit. "Sie stützt die Wände des Schlitzes und verhindert, dass Grundwasser hinein strömt", erklärt Wittkötter.
Aufmerksamen Passanten dürften gestern die vielen Zement-Transporter nicht entgangen sein, die in die Baustelle an der Theodor-Körner-Straße hinein gefahren sind. Bevor sie aber ihre Ladung in die Schlitze ablassen konnten, war ein wichtiger Zwischenschritt notwendig. Hier kommt der mobile Kran ins Spiel, der gleich neben dem Schlitzwandbagger positioniert ist. Tags zuvor hat dieser Kran mehrere Stahlträger in dem Loch versenkt. Die jeweils zwölf Meter langen Kolosse dienen als Stütze für die Stahlbeton-Wand, die anschließend nach und nach in die Erde gegossen wird.
Und wofür das Ganze?
Die Wand, die entlang des Kaufhofs verlaufen wird, ist ein Teil des Startschachtes. Von dort aus wird in einer Tiefe von etwa 25 Metern die Bohrung des U-Bahnhofs beginnen und unterhalb des Kaufhauses verlaufen. Das Ziel der Bohrung ist – wie der Name schon sagt – der Zielschacht. Dieser entsteht parallel und in einem sehr ähnlichen Verfahren am Corneliusplatz an der Ost-Seite vom Kaufhof. "Die Schächte kann man sich wie einen großen Schuhkarton vorstellen", sagt Wittkötter. Und erst diese riesigen "Schuhkartons" ermöglichen die Aushebung des Hohlraums, der schließlich Platz für den neuen Bahnhof bieten und noch unterhalb der Station Heinrich-Heine-Allee liegen soll.
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