Auswirkungen des schweren Unwetters: Sechs Millionen Euro Schaden
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 08.07.2009 - 07:52Düsseldorf (RPO). Die Versicherungsbranche hat einen ersten Überblick über die Summen, die zum Beseitigen der Auswirkungen des schweren Unwetters nötig sind. Schwachstellen der Entwässerung sollen analysiert werden.
Die. dunklen Regenwolken, aus denen gestern ab spätem Nachmittag immer wieder heftiger Regen fiel, machten vielen Düsseldorfern Sorge – ihnen sitzt der Schreck wegen vollgelaufener Keller und im Wasser versunkener Autos noch in den Gliedern. Ihre Erinnerung an das heftige Unwetter am vergangenen Freitag ist noch frisch. Das Ausmaß der Schäden wird inzwischen deutlicher. Auf bis zu sechs Millionen Euro schätzt die Versicherungsbranche allein die Schadenssumme für die Stadt Düsseldorf, die während des etwa zweistündigen Unwetters an Privathäusern und an Autos entstanden sind.
Einen genaueren Überblick hat die Provinzial-Versicherung nach den eingegangenen Meldungen der Kunden. "Allein unser Unternehmen wird in Düsseldorf etwa 1,2 Millionen Euro für die Beseitigung von Schäden zahlen", schätzt Provinzial-Pressesprecher Christoph Hartmann, in ganz NRW etwa zehn Millionen Euro. "Düsseldorf war nicht so stark betroffen wie Essen oder Teile des Niederrheins." Die Masse der Schäden ist eher kleiner, die Zerstörung eines Dachstuhls des Wohnhauses in Wittlaer, in das ein Blitz einschlug, blieb ein Einzelfall. "Weil die Sanierung mehrere Monate dauert, werden wir ausziehen müssen", berichtet Eigentümer Bernd Elsner. Die Kosten lägen im höheren sechsstelligen Bereich, die genaue Summe werde ein Sachverständiger feststellen.
Die meisten Schäden sind laut Hartmann eher geringer – Hagel- und Wasserschäden an Autos oder die Auswirkungen in überfluteten Kellern sind in der Überzahl. Wo die Schwerpunkte dieser Schäden liegen, darüber verschafft sich zurzeit auch der Stadtentwässerungsbetrieb einen Überblick. "Uns melden viele, wo Wasser auf den Straßen gestanden hat und an welchen Stellen die Fluten in den Keller liefen", sagt der zuständige Abteilungsleiter, Klaus Platzbecker. Die Hinweise ergäben ein Gesamtbild, das analysiert werde, um mögliche Schwachstellen bei der Entwässerung zu finden. Allerdings sei ein Gewitter diesen Ausmaßes – in Lörick und am Flughafen fielen innerhalb einer Stunde 57 Liter pro Quadratmeter, in Oberkassel 43 Liter – "statistisch gesehen ein Jahrhundert-Ereignis".
Darauf verweisen auch die Fachleute des Flughafens, auf dem Tiefgaragen, Keller oder Bahnstationen unter Wasser standen. "Wir gehen davon aus, dass die Überschwemmungen nicht auf grundsätzliche Entwässerungsfehler zurückzuführen sind, die Wassermassen waren einfach zu groß", sagte Flughafensprecher Christian Witt. Die Schadenshöhe sei noch nicht zu beziffern. Auch die Kosten für die Reparatur der Pumpen, die das Wasser aus der Unterführung der A 44 befördern sollen, kennt der zuständige Landesstraßenbaubetrieb noch nicht. Aber die Ursache für die Überschwemmung und das Lahmlegen der Pumpen steht fest: "Wahrscheinlich drang das Wasser durch einen Kabelschacht in den unterirdischen Pumpenraum", erklärte Abteilungsleiter Andreas Rath.
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