Jahresbericht des Amtes für Verbraucherschutz: Seepferdchen im Schnaps
VON VASSILIOS KATSOGRIDAKIS - zuletzt aktualisiert: 08.09.2005 - 17:29Düsseldorf (dto). Meist sind die Untersuchungsergebnisse mit denen das städtische Amt für Verbraucherschutz Schlagzeilen macht unappetitlich: Mäusekot in Backwaren, Schädlinge in Keksen oder Milben in Feigen. Neben solch alltäglichen Fällen staunen die Lebensmittelüberwacher aber auch über exotische Spirituosen, in denen sich ganze Seepferdchen oder Geckos befanden. Auch diese wurden beanstandet.
Neben der Lebensmittelüberwachung und der Kontrolle der Gastronomie zählen aber auch der Tierschutz und das Marktwesen zu den Aufgaben des Amtes, das am Donnerstag seinen Jahresbericht 2004 vorstellte. Die Lebensmittelüberwacher machten im vergangenen Jahr 3.170 Kontrollbesuche in 1.811 Betrieben. Dabei mussten in 831 Betrieben zum Teil gravierende hygienische Mängel festgestellt werden. Bei 71 Betrieben war der Hygienemängel oder Schädlingsbefall so stark, dass sie geschlossen bleiben mussten, bis Abhilfe geschaffen war.
Zu den 1.066 mündliche Belehrungen, 736 schriftlichen Verwarnungen mussten 24 Bußgelder von einem Betrag bis zu 2.500 Euro verhängt werden. In einem Fall wurde sogar ein Strafverfahren von der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft eingeleitet, weil in einem Düsseldorfer Restaurant laut Peter Steinbüchel, Leiter des Amtes für Verbraucherschutz, ekelerregende Zustände und offensichtlicher Schädlingsbefall vorlag. „Wenn nachtaktives Ungeziefer wie Kakerlaken auch tagsüber zu sehen ist, kann man davon ausgehen, dass die Räume bis in jede Ecke voll sind und die Schädlinge keinen Platz mehr finden, um sich zu verstecken“, so Steinbüchel.
Insgesamt gingen 614 Beschwerden, also fast ein Drittel mehr als noch 2003, bei den Verbraucherschützern ein. „Die Verbraucher in Düsseldorf haben ein gesteigertes Bewusstsein für sachgemäße Behandlung und Lagerung von Lebensmitteln bekommen und melden sich daher viel häufiger bei uns“, so Steinbüchel. Dabei beklagten sich zum Beispiel Kunden über Tauben im Verkaufsraum, Verkäufer, die Geld und frische Lebensmittel im Wechsel anfassten oder eklige und ungenießbare Lebensmittel.
Tierschutzwidrige Bedingungen
Ein weiteres Arbeitsgebiet des Amtes für Verbraucherschutz ist der Tierschutz. „Dabei spielen nicht nur Nutztiere eine Rolle, sondern alle Tiere, die in Düsseldorf gehalten oder eingeführt werden. Von der Katze bis zum Pferd“, erklärt Verbraucherschutzdezernentin Charlotte Niet-Mache. Im Vorjahr flog zum Beispiel ein Transport mit 17 Hunden auf. Die Vierbeiner waren eingepfercht in zu kleine Boxen und ohne Zwischenstop aus Spanien unterwegs. Die Auftraggeber des Transportes unter "tierschutzwidrigen Bedingungen" bezeichneten sich als Tierschützer. Auch die widerrechtliche Einführung von 131 Hunden, 66 Katzen und zwölf Vögeln konnte verhindert werden, was wichtig ist, damit keine Tierseuchen nach Deutschland eingeschleppt werden.
Die dritte Abteilung des Amtes für Verbraucherschutz befasst sich mit dem Marktwesen und hat zwei große Aufgaben. Sie vermietet Flächen und veranstaltet Wochenmärkte in der Stadt. Durch die Vermietung von rund 21.500 Quadratmetern Verkaufs-, Kühl- und Lagerflächen für den Lebensmittelverkauf, 1.540 Quadratmetern Büroflächen und rund 10.000 Quadratmetern für den Blumenverkauf wurde 2004 ein Überschuss von rund 491.000 Euro erwirtschaftet. Mehr als 300.000 Tonnen Obst, Gemüse und Lebensmittel wurden auf dem Großmarkt Ulmenstraße verkauft. Die Marktverwaltung organisierte im vergangenen Jahr zudem 20 Wochenmärkte mit 57 Marktveranstaltungen.
Das Amt für Verbraucherschutz ist montags bis donnerstags, 7 bis 16 Uhr, freitags bis 14.30 Uhr, unter Telefon 0211/89-93555, Fax 0211/89-29105 oder per E-Mail veterinaeramt@stadt.duesseldorf.de zu erreichen.
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