Lyra-Leuchte: Seltene Gaslaterne restauriert
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 06.05.2010 - 08:05Düsseldorf (RPO). Die Familie der Gaslaternen hat mehr Mitglieder, als es Düsseldorfern bewusst ist. Ein bisher fast unbeachteter Typ für die Straßenbeleuchtung rückten am Mittwoch Gabriele Henkel und Andreas Meßollen von der Initiative "Pro Gaslicht" auf dem Oberbilker Markt in den Blickpunkt: Die Lyra-Leuchte, etwa ab 1910 produziert.
Sie unterscheidet sich von der schlichten Aufsatzleuchte mit der typischen tropfenförmigen Glashülle durch eine verzierte Stütze. Etwa 200 Exemplare dieses Typs stehen noch in Benrath und Golzheim.
Zeugnisse der Industrialisierung
Für die Präsentation der schönen Laterne mit Ornamenten des Jugendstils hatte die Initiative bewusst den Oberbilker Markt gewählt. "Gaslaternen sind Zeugnisse der frühen industriellen Produktion. Und Oberbilk war durch die Industrie geprägt", sagte Henkel. Sie kann sich daher vorstellen, dass bei der anstehenden neuen Gestaltung des Oberbilker Marktes dort unterschiedliche Gaslaternen wie in einem Freilichtmuseum aufgestellt werden. "Ich habe mit dem Oberbürgermeister schon darüber gesprochen, was mit und für Gaslaternen getan werden kann", sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.
Die Idee zu diesem Freilichtmuseum hatte Meßollen, der die Erforschung der Gaslaternen zu seinem Hobby gemacht hat. Und so hatte er mit geübtem Blick auch den Kopf einer Lyra-Laterne in einer Lampenwerkstatt entdeckt und ihn zusammen mit Fachleuten restauriert. Das Prunkstück soll Grundstock für das Laternen-Museum auf dem Oberbilker Markt sein. "Ich mache der Stadt die Laterne zum Geschenk", sagte er gestern bei der Präsentation, für die der Polizeibeamte von Beruf genau seinen 50. Geburtstag gewählt hatte.
Mit einem Laternen-Freilichtmuseum gibt sich die Initiative "Pro Gaslicht" aber nicht zufrieden. Ihr Ziel ist es, alle Gaslaternen in Düsseldorf zu erhalten. "Das ist auch wirtschaftlich sinnvoll", so Georg Schumacher. Zwar würden elektrische Leuchten Energie sparen, aber das Umrüsten aller 17 000 Laternen koste etwa 140 Millionen Euro. Das sei aufgrund der Vorgaben zu berechnen, die die Stadt für eine Sanierung der Laternen in Lohausen gemacht habe.
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