Wird Hans Michael Piper neuer Rektor?: Senat entscheidet über Rektor
VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 02.09.2008Düsseldorf (RPO). In einer Sondersitzung befindet das Selbstverwaltungsgremium der Heine-Uni heute Nachmittag darüber, ob es den vom Hochschulrat designierten Gießener Mediziner Hans Michael Piper zum neuen Leiter der Hochschule wählt.
An der Heinrich-Heine-Universität werden heute die Weichen für die Zukunft der Hochschule gestellt. In einer Sondersitzung entscheidet der Senat, das Selbstverwaltungsgremium der Universität, heute Nachmittag über die Wahl des Gießener Medizinprofessors Hans Michael Piper zum neuen Rektor. Mitte August hatte der Hochschulrat, das höchste Gremium der Uni und eine Art Aufsichtsrat, den 56-jährigen Piper zum neuen Rektor der Universität und damit zum Nachfolger von Alfons Labisch bestimmt.
Durchsetzer und Analytiker
Alfons Labisch hatte die Geschicke der Heine-Uni seit 2003 geführt und sich ebenfalls um die Stelle als Rektor beworben, die wegen der Hochschulreformen neu ausgeschrieben werden musste. Dennoch hatte der Hochschulrat sich für Hans Michael Piper ausgesprochen. In einem Interview mit der RP sicherte der scheidende Rektor Alfons Labisch Piper jedoch seine Unterstützung zu und betonte, der Rat habe sich für jemanden entschieden, der Erfahrung im Management von Großprojekten habe.
Piper, der an der Uni Gießen Geschäftsführender Direktor des Physiologischen Instituts ist, gilt als Durchsetzer und exzellenter Analytiker. An der Uni Gießen war er Mitantragsteller für ein erfolgreiches Exzellenzcluster bei der Exzellenzinitiative des Bundes. In der heutigen Sitzung des Senates wird er von der Vorsitzenden des Hochschulrates, Anne-José Paulsen, eingeführt. Danach stellt er sich Senatsmitgliedern – Professoren, Studenten, wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern – vor und erläutert ihnen sein Konzept für die Führung der Heine-Uni. Im Anschluss haben die Senatsmitglieder Gelegenheit, ihm Fragen zu stellen.
2006 hatte Piper sich um die Rektoren-Stelle der Uni Mainz beworben und damals gut eine Stunde vor dem Senat gesprochen. „Eine Hochschule ist kein Unternehmen“, sagte er, „und Studenten sind keine Kunden.“ Zudem bekannte er sich zu den Humboldtschen Prinzipien der akademischen Freiheit sowie der Einheit von Forschung und Lehre. Sein damals auf Mainz gemünzter Vorschlag einer „Task Force Lehre“, um die Qualität der universitären Ausbildung zu sichern, wäre auch für die Heine-Uni hilfreich und könnte der auch hier existierenden Schieflage zwischen Ausstattung und Anforderungen in der Lehre entgegenwirken. Wenn er den Düsseldorfer Senatoren wie denen in Mainz ein Graduiertenzentrum in Kultur- und Geisteswissenschaften vorschlägt, wird ihm das zumindest das Wohlwollen der Geisteswissenschaftler einbringen.
Bei den Medizinern ist Piper längst kein Unbekannter mehr: Von 1985 bis 1994 war der 56-Jährige am Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie der Heine-Uni tätig.
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