Untersuchung durch den TÜV Rheinland: Sicherheitsmängel auf einigen Spielplätzen
VON BIRGIT KRANZUSCH - zuletzt aktualisiert: 15.08.2005 - 17:37Düsseldorf (dto). Sie sollen Kindern Platz zum Toben bieten, sind Orte, wo Kinder lachen und gefahrlos spielen können. Gerade in der Stadt brauchen Kinder Platz für unbeschwerten Spaß, dieser scheint aber zumindest in Teilen nicht ganz ungefährlich zu sein, denn die Düsseldorfer Spielplätze weisen erhebliche Sicherheitsmängel auf. Das ergab eine Untersuchung des TÜV Rheinland. Ob die Reihenfolge des Masterplans Kinderspielplätze geändert wird, ist noch unklar.
Im Auftrag der „Bild der Frau“ untersuchte der TÜV Rheinland in zehn deutschen Großstädten je fünf Kinderspielplätze. Keiner der fünf in Düsseldorf war fehlerfrei. Dabei handelt es sich um die Kinderspielplätze am Dillenburger Weg, am Gangelplatz, an der Schlesischen Straße, Ohligser Straße und an der Ellerstraße. Auch wenn viele Einzelgeräte keine Beanstandung haben, benennt der TÜV Rheinland doch auf jedem der fünf Spielplätze, zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel.
So stellten die Prüfer auf dem Spielplatz Gangelplatz unter anderem fest, dass Federn der Tierwippen gelockert waren und dass beim Karussell die Kinder einen Meter tief stürzen können und sich so schwere Verletzungen zuziehen können. Auf dem Spielplatz am Dillenburger Weg fanden die TÜV-Tester sogar lebensgefährliche Mängel. Hier müsste nach Ansicht der Prüfer wegen Strangulationsgefahr die Kletterwand sofort gesperrt werden, weil zwischen Kletterwand und den Pfosten sich die Kordeln der Jacken der Kinder verfangen können. Unter der Rutsche sei der Boden zu hart, in der Nähe ist ein Sandkasten aus Beton, an den Kletterbalken stehen Holzsplitter heraus. Außerdem stehen neben dem Spielplatz giftige Stechpalmen.
Federwippen, die gelockert oder zu niedrig angebracht sind fanden die Prüfer auf dem Spielplatz Ellerstraße. Die Fallschutzplatten unter der Schaukel wären zudem spröde und würden keinen Schutz mehr bieten. Morsche Kletterhütten wurden auf dem Platz Ohligser Straße gefunden. Das Klettern sei hier lebensgefährlich, auch weil sich Kinder hier mit Anorakkordeln am Dach verfangen könnten. Das Holz an der Federwippe steht heraus, Fußrasten sind locker, am Karussell können Kinder böse stürzen, weil es zu hoch über dem Boden ist. Auf dem Spielplatz Schlesische Straße müssten nach Ansicht der Prüfer die beiden Spielhäuser gesperrt werden, da die Kinder von den bekletterbaren Dächern auf Holzbänke stürzen können, außerdem bestehe auch hier Strangulationsgefahr an der Dachspitze, weil Kordeln sich dort verfangen können.
Die Stadt ist Betreiber der betroffenen Spielplätze. Sie haftet, wenn es aus Sicherheitsmängeln zu Unfällen oder Verletzungen kommt. Nach Veröffentlichung der Untersuchung machte sich noch am Montagmittag eine Expertengruppe des Garten,-Friedhofs- und Forstamtes auf den Weg, um sich die Spielplätze anzusehen, die bemängelt wurden. „Wir nehmen die Sicherheit der Kinder sehr ernst, aber wir weisen den Vorwurf, dass Düsseldorfs Spielplätze nicht sicher seien zurückt“, sagt Manfred Krick, Amtsleiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes. So sei das Klettergerüst in der Schlesischen Straße noch im Mai von der Herstellerfirma geprüft worden. Volle Übereinstimmung gibt es dagegen bei dem Spielhäuschen. „Die Sitzbalken kommen weg“, so der Amtsleiter. Auch andere Mängel will das Amt beseitigen. „Für Hinweise sind wir dankbar“, sagt Krick, „aber dass an der ein oder anderen Stelle kleinere Mängel auftreten, ist völlig normal.“ Jeder der 420 Kinderspielplätze werde durch 26 Mitarbeiter des Amtes einmal in der Woche kontrolliert. Dabei werden kleinere Mängel sofort behoben, größere werden aufgenommen.
Die Spielplätze am Dillenburger Weg und an der Eller Straße sind Teil des Mastersplans Kinderspielplätze. Die Landeshauptstadt investiert bis zum Jahre 2009 rund zehn Millionen, um Spielmöglichkeiten für Kinder zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. 13 Spielplätze werden neu gebaut, 64 sollen umgebaut werden. Ob sich durch die Untersuchung die Reihenfolge der Realisierungsmaßnahmen verändert will Krick noch offen halten. So ist der Spielplatz an der Ellerstraße laut Masterplan erst im Jahr 2007 dran, Mängel will das Amt aber schon jetzt beheben. „Die Reihenfolge des Masterplans ist bewusst so gewählt worden, aber wir werden Gespräche führen, ob es Veränderungen geben wird“, so Krick. Auch ein Gespräch mit dem TÜV Rheinland ist geplant.
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