Brandserie hält Einsatzkräfte in Atem: Sieben Feuer in 30 Minuten
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 18.05.2009 - 07:45Düsseldorf (RPO). Unbekannte Brandstifter haben in der Nacht zum Sonntag in einer knappen halben Stunde Polizei und Feuerwehr im Norden in Atem gehalten. Trotz Großfahndung im Bereich Lichtenbroich entkamen die Täter.
Möglicherweise waren es Jugendliche, die sich auf dem Heimweg von irgendeiner Party einen fragwürdigen Spaß machen wollten. Während die Feuerwehr ihre Brände in ganz Lichtenbroich löschte, verfolgten bis zu acht Streifenwagen die Brandstifter, denen bis zu einem Jahr Gefängnis drohen könnte – wenn sie denn gefasst werden.
Es begann um 1.34 Uhr auf dem Gelände der Grundschule an der Kranenburgstraße: Dort brannten zwei Müllcontainer. Anwohner hatten die Feuerwehr alarmiert, die den Tatort gerade verlassen hatte, als der nächste Alarm folgte: 1.56 Uhr, brennender Müllcontainer am Wittlaerer Weg. Der stand noch in Flammen, da ging acht Minuten später die nächste Meldung ein – diesmal brannte ein Müllcontainer am Sermer Weg.
Weitere sieben Minuten später ging am Volkardeyer Weg eine gelbe Kunststofftonne in Flammen auf. "Um zu Fuß vom Sermer Weg dorthin zu kommen, braucht man etwa sieben Minuten", stellte Feuerwehrsprecher Jürgen Leineweber lakonisch fest. "Und die Entfernung von Hausnummer 42 zu 47 ist logischerweise noch kürzer." Deshalb vergingen zwischen den beiden Brandmeldungen vom Volkardeyer Weg auch nur zwei Minuten.
"Dass man von dort zur Niederbeckerstraße ungefähr elf Minuten braucht, weiß die Feuerwache Nord jetzt auch", so Leineweber. Denn genau so viel Zeit verging, bis um 2.24 Uhr der nächste Mülleimer brannte. Dann seien die Feuerteufel wohl entweder zu Hause gewesen oder müde geworden – zumindest war das der letzte Brand der Serie und "für die Bürger im übrigen Norden war der Brandschutz endlich wieder sichergestellt".
Auch ohne die Brandstifter hätte die Feuerwehr sich am Wochenende nicht gelangweilt. In Gerresheim war ebenfalls in der Nacht zum Sonntag eine Gartenlaube explodiert (Bericht auf Seite C 1). Und auch in Niederkassel und Friedrichstadt brannten je ein Abfallcontainer, in einem Abbruchhaus an der Hansaallee geriet Gerümpel in Brand und in Lohausen brannte im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses Im Grund ein Zimmer aus.
Falschparker verzögern Einsatz
Am Samstagvormittag brannte zudem ein Sportwagen in einem Gerresheimer Hinterhof, der so dicht an einer Hauswand geparkt war, das durch die Hitze dort eine Fensterscheibe platzte und ein Rollladen schmolz. Die Feuerwehr kam später als geplant am Alten Markt an, denn Falschparker im Bereich Kölner Tor behinderten die Zufahrt.
Außerdem hatte die Feuerwehr noch diverse kleine Sturmschäden zu beseitigen und Ölspuren abzustreuen. Hinweise auf die Brandstifter von Lichtenbroich nimmt die Kripo unter Telefon 8700 entgegen.
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