Die Frisbee Family war Gastgeber der 5. Pempelfort-Open im Rheinbad: Sieger ist der mit dem Lächeln
zuletzt aktualisiert: 07.06.2004 - 20:03Düsseldorf (rpo). Sie heißen Ooups, Öte Colön, „inDISCutabel”, Plattfisch, Parkpussies oder einfach nur Kuh. Diese Namen stehen für Mannschaften, die Frisbee als lauf- und kampforientierten Mannschaftssport betreiben. Ultimate heißt die Disziplin, die Teams aus ganz Mitteleuropa am vergangenen Wochenende auf einer Wiese des Rheinbades betrieben. Gastgeber war bei der 5. Pempelfort Open die Frisbee Family.
Die Truppe von Matthias Brucklacher wurde Erster und zeigte ganz nebenbei noch eindrucksvoll, worauf es ihrer Meinung nach wirklich ankommt. „Wir wollen der Welt zeigen, dass es beim Frisbee in erster Linie um Fainess geht”, so Brucklacher. „Sieger ist nur, wer ein Lächeln auf den Lippen hat.”
Ein kompliziertes Werk an Regeln gibt es zwar auch im Ultimate, doch auf einen Unparteiischen wirdselbst bei Weltmeisterschaften verzichtet. Der „Spirit of the game” macht es möglich, dass die Aktiven alle Entscheidungen selbst treffen. „Freundschaft und Teamgeist stehen über dem unbedingten Leistungswillen”, so Brucklacher. „Lieber schenken wir dem Gegner den Punkt, als uns durch ein Foul einen Vorteil zu verschaffen.” Ultimate ist also zwar eine packende Mischung aus Fußball und Rugby, auf der anderen Seite konnte man auf der Wiese im Rheinbad aber bei jedem Spiel beobachten, dass dieser Sport den populären Sportarten in Sachen Fairplay um Längen voraus ist.
Trotz aller idealistischer Gedanken gab es für Brucklacher und seine Mitspieler im Halbfinale einen sportlichen Höhepunkt. Dort trafen die Pempelforter nämlich auf die Essen Kangaroos. „Das sind unsere große Rivalen”, sagt Brucklacher. Und dann fügt er leise an: „Aber wir haben sie natürlich längst lieb gewonnen.” Die Essener hatten während ihrer besten Zeit das Abo auf den Deutschen Meister-Titel.
„Deshalb ist das Duell mit ihnen auch so etwas wie der ,Kampf der Ideologien‘. Denn während die immer schon sehr ergebnisorientiert waren, kommt bei uns der Erfolg nur, wenn wir dabei auch Spaß haben”, behauptet Brucklacher. Und dann meint er lachend: „Und weil wir gegen Essen immer Spaß haben, gewinnen wir auch immer. Man sagt, die Essener hätten früher Intervalltraining gemacht, bis sie gekotzt haben”, sagt der Düsseldorfer, der am zweiten Tag des Turnieres aus „gesundheitlichen Gründen” ausfällt (die Mitspieler behaupten, Brucklacher hätte versucht, in der Zeltstadt die nächtliche Party zu gewinnen).
In Düsseldorf grassiert das Ultimate-Fieber schon seit 1989, als Knut Gröger und Brucklacher auf der Wiese an der Rheinterrasse die ersten Mitspieler um sich versammelten. Beim ersten Training waren wir alleine”, so Gröger. „Eine Woche später waren wir zu acht, und wiederum eine Woche weiter schon 28.” Die Düsseldorfer erzählen beinahe erfürchtig von diesem „historischen und denkwürdigen Ereignis”. In den vergangenen zwei, drei Jahren ist die Popularität von Ultimate noch ein mal enorm gestiegen.
Auf den Düsseldorfer Rheinwiesen gibt es mittlerweile 100 Ultimate-Spieler. Und bei der fünften Auflage der Pempelfort Open gab es mit 28 Teams eine neue Rekordbeteiligung. Sogar aus Straßburg und Paris waren Mannschaften angereist. Und immer wieder kommen auch neue hinzu: Besonders freuten sich die Gastgeber diesmal über die Neulinge aus Haan, die sich unter dem Namen „Haaner Hähnchen” tapfer schlugen.
Frisbee-Family: Rüdiger „Rü” Haubrich, Markus „Willi” Schmitz, Ruwen Schreck, Stefan Baecker, Claudius Stelzmann, Mike Young, Ingo Schmiedel, Guido Öttinger, Michael Engels, Nico Willineck.
Wer mitmachen möchte: Training ist donnerstags ab 18 Uhr und sonntags ab 16 Uhr, jeweils auf der Rheinwiese an der Rheinterrasse.
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